Die Kindergarteneinrichtung platzt aus allen Nähten. Im August 1989 bat Pfarrer Knips das Bistum Aachen, das seit rund 25 Jahren bestehende Raumkonzept des Kindergartens im Ort, zu überdenken. Besonders fehlte ein Ausweichraum von etwa 25 m², damit die Vorschulkinder eine eigene Förderung erhalten konnten. Derzeit wurden sie unter sehr ungünstigen Bedingungen im Flur betreut. Nach dem Kindergartengesetz galt das bestehende Raumkonzept als völlig unzureichend: Für jede Gruppe war ein eigener Ausweichraum vorgeschrieben, ebenso ein Mehrzweckraum für Aktivitäten wie Gymnastik oder kleine Turneinheiten.
Während man mit den zuständigen Behörden – dem Diözesan Caritasverband, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Jugendamt Düren und der Gemeinde Kreuzau – in regem Schriftverkehr stand, um Fragen der Wertverbesserung, Bezuschussung und Kostenübernahme zu klären, trat ein weiteres Problem zutage.
Die Zahl der Kinder stieg deutlich, sodass über eine Erweiterung der Betreuungsplätze nachgedacht werden musste. Pfarrer Knips stellte im Winter 1989 fest, dass sowohl die steigenden Geburtenzahlen als auch neue Baugebiete dazu führten, dass die Kapazitäten der Einrichtung erschöpft waren. Es gab mehr Kinder als verfügbare Plätze: Von 42 angemeldeten Kindern konnten lediglich 15 aufgenommen werden.
Die führte zur Gründung einer Elterninitiative, die sich an die Gemeinde Kreuzau wandte und um Abhilfe bat. Die Gemeinde erklärte sich bereit, die Kosten für eine dritte Kindergartengruppe sowie die dafür notwendigen Personalkosten zu übernehmen.
Das Bistum wiederum, als Teilträger des Kindergartens, beharrte darauf, die gesamte Maßnahme zur Raumverbesserung anzugehen – jedoch nur mit Unterstützung des Kreises, des Landschaftsverbands und der Caritas. Des Weiteren sahen sie sich – sofern die Finanzierung nach dem Kindergartengesetz gesichert war – nur in seinem üblichen finanz. Rahmen verantwortlich. Für die Schaffung zusätzlicher Kindergartenplätze verwies man erneut auf das Jugendamt, das dafür Sorge zu tragen hatte, dass ein ausreichendes Platzangebot bereitgestellt wurde.
In der Jugendwohlfahrtsausschusssitzung vom 11.10.1990 wurde die Notwendigkeit einer weiteren Gruppe festgestellt. Da die Situation sowohl wirtschaftlich als auch organisatorisch und personell betrachtet werden musste, entschied man sich, am Stockheimer Kindergarten eine weitere Gruppe anzubauen.
Mit der Planung, Betreuung und Ausführung der Baumaßnahme wurde das Architekturbüro Ernst Blumenthal aus Kreuzau beauftragt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 330.000 DM. 3/4 der Finanzierungskosten übernahm das Kreisjugendamt Düren. Das verbleibende Viertel wurde zu 2/3 von der Gemeinde Kreuzau und zu 1/3 von der Pfarrgemeinde Stockheim getragen.
Pfarrer Knips, der die Problematik der unzureichenden Betreuung aufgegriffen und das Bauvorhaben angestoßen hatte, übergab die weiteren Aufgaben nach seinem Ausscheiden an Pfarrer Witt. Schließlich führte Pfarrer Scherer das Projekt zur Erweiterung der Gruppen im Jahr 1995 nach gut 6 Jahren zu einem guten Ende.
So gesellte sich zu den bestehenden Schmetterlings und Elefantengruppen nun auch die neue Käfergruppe.