Es war an einem Wochenende im August. In der Nacht vom 16. auf den 17. August ist die beliebte Marieneiche, der „Decke Boom“, im wahrsten Sinne des Wortes zusammengebrochen. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Baum, der vom Volksmund gerne als „1000-jährige Eiche“ bezeichnet wird, im Jahr 1597 in einem Bericht über die Grenzbegehung der Herrschaft Burgau. Seit 1906 ist an dem dicken Stamm der Eiche ein Marienbildnis angebracht. Kerzen und viele Grablaternen stehen an dem Baum, es gibt kleine Täfelchen, auf denen Menschen sich für den Zuspruch der Gottesmutter bedanken oder Maria um Hilfe bitten.
All das und auch die Stelen mit Informationstafeln, die die Stockheimer Interessengemeinschaft (Stig) vor einigen Jahren an der Marieneiche aufgestellt hat, sind bei dem Zusammenbruch des Baumes unversehrt geblieben. Der Baum mit einem Stammumfang von knapp fünfeinhalb Metern, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, war einfach morsch. Schon in den vergangenen Jahrzehnten hatte es immer wieder Sicherungsmaßnahmen gegeben. So wurden in den 1960er Jahren beispielsweise die Höhlungen im Stamm und in starken Ästen mit Beton und Steinen gefüllt, später wurden Streben in den Stamm getrieben, um ihn zu stabilisieren. In der Baumkrone wurden Drahtseile gespannt, um die Äste auf Spannung zu halten. Am Ende hatte die Eiche einfach keine Kraft mehr und ist in sich zusammengebrochen.
Inzwischen ist der Baum gesichert, klar ist auch, dass der Denkmalschutz, die Eiche ist ein eingetragenes Naturdenkmal, bestehen bleiben soll. „Bis zum Jahresende“, sagt Jürgen Laufenberg, Vorsitzender der Stockheimer
Interessengemeinschaft (Stig), „sammeln wir Ideen und Vorschläge, wie es mit der Baumruine und dem Platz weitergehen soll.“ Im Dezember soll an einem Abend der „lebendige Adventskalender“ des Dorfes, der eigentlich von Haus zu Haus wandert, an der Marieneiche oder dem, was von ihr übrig geblieben ist, Station machen. Dann wollen wir anfangen, Geld zu sammeln, um diesem besonderen Ort wieder neues Leben einhauchen zu können.“ Es sei wichtig, dass der Platz auch in Zukunft eine Anlaufstelle für die Menschen bleibe. Bei einer Dorfwerkstatt im Frühjahr sollen dann aus den eingebrachten Ideen und Vorschläge konkrete Pläne werden, die möglichst zeitnah umgesetzt werden sollen.
Viele Menschen haben um ihn getrauert und trauern immer noch. Aber wie geht es weiter mit dem Platz, der für viele Leute aus der Region ein Ort der Ruhe und der Kraft war?








