Zerstörung des Stepprather Wegekreuzes an der B56

Zerstörung des Stepprather Wegekreuzes an der B56

Das Stepprather Wegekreuz …ein bisschen verwittert, ein bisschen windschief aber durchaus noch standfest, stand es seit 1770 nahe des Stepprather Hofes am Wegrand. Zu einer Zeit als Stepprath noch zur Herrschaft Burgau gehörte. Über 250 Jahre hat es Trost gespendet, wurde dort gebetet. Der Bevölkerung war es ein wertvoller Teil ihres Lebens, ihrer Heimat, ihrer Kultur. Gestiftet wurde das Kreuz von Johann Andreas Stepprath, Prälat der Abtei B. M. V. (der Mutter Gottes) et s. Heriberti in Deutz, am 10. Mai 1770. Auch zum Gedenken an seine Eltern selig, Hermanni Stepprath, gewesener Schöffe der freien Herrschaft Burgau und Maria Hoerst seiner Ehefrau. Die Rückseite des Kreuzes ziert ein Wappen und eine Inschrift. In früherer Zeit stand das Kreuz etwas weiter entfernt von seiner jetzigen Stelle, überragt von einem großen alten Lindenbaum (Schreibt Pfarrer Jansen 1893). Doch dann wurde ein Weg verlegt und es fand seinen neuen Platz neben dem Stepprather Garten an der Chaussee, wohl dem Ort an dem es bis zuletzt stand. Fronleichnam zog die Prozession Jahr für Jahr an der Chaussee entlang nach Stepprath, wo an dem Kreuz der dritte Segen gegeben wurde. Zu diesem Anlass wurde es  von der Familie Heidgen, den Besitzern vom Stepprather Hof, geschmückt. Am 18.06.1908 notierte Pfarrer Jansen in seiner Chronik: Fronleichnam wurde erstmalig der Segen nicht in Stepprath gegeben, sondern am Muttergottesbild an der Eiche. Der Weg nach Stepprath über die Chaussee wurde wegen der Automobile zu gefährlich. Inzwischen war das Kreuz zwischen Bäumen und Büschen eingewachsen, von der Straße aus nicht mehr gut sichtbar. Ja, es hatte seine Bestimmung und seinen alten Glanz verloren.  Aber es war immer noch da!
Am 25. 12. 2024, am Weihnachtstag machte man voller Entsetzen die Feststellung über diese rohe, brachiale Gewalt, die das Kreuz zerstörte. Warum?  Warum musste ein Kulturgut, ein Denkmal und dazu noch ein Kreuz auf diese Art und Weise zerstört werden?

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