Kurzgeschichte
Die Geschichte von Stockheim: Von Kriegern, Rodungen und Stöcken

Stockheim hatte zu verschiedenen Zeiten folgende Namen: Stoiheim, Stockum, Stockheim, Stuckem, Stockheimb, Stockenheim und Stockem. Aus Kriegern wurden Siedler und man wurde sesshaft und zur Versorgung der Familien mit Nahrung brauchte man Ackerland. Die Waldgebiete wurde gerodet und die vielen kurzen Baumstämme blieben stehen. So entstand die Siedlung bei den Stümpfen und Stöcken.

5.000 v.Chr.
Stockheim ist eine Streusiedlung

Stockheim ist eine Streusiedlung mit uralter Geschichte. Schon 5000 v. Chr. siedelten die Bandkeramiker hier, was durch Funde bewiesen ist. Zur damaligen Zeit bedeckten riesige Lindenwälder unsere Heimat.

2.000 v.Chr.
Stockheim in der Altsteinzeit

Stockheim ist eine dörflichen Siedlung, wobei der Ursprung als Siedlungsstelle mindestens auf die Keltenzeit zurückgeht, was sich heute noch aus dem Siedlungsgefüge erkennen lässt. Es lässt sich sogar nachweisen, dass der Beritt um Stockheim schon in der Altsteinzeit immer wieder von Menschen aufgesucht worden ist; diese lebten in Zelten aus Ästen und Tierfellen. In der Jungsteinzeit wurde der Mensch sesshaft, betrieb Ackerbau und Viehzucht und lebte in großen Einraum- oder später Wohnstallhäusern. In der Ackererde, und mehr noch im Waldboden liegen Werkzeuge und Topfscherben verborgen, die von Menschenhand vor mehr als 4000 Jahren geschaffen worden sind. Gelegentlich treten beim Pflügen oder Roden Feuersteinwerkzeuge zutage, mit denen man damals den Boden bearbeitete oder Waffen hergestellt hatte. Zumindest zur Ackerbaukultur der Bandkeramiker (frühe Jungsteinzeit) lässt sich menschliches Siedlungstreiben nachweisen; ein Schuhleistenkeil als Pflugschar war zu dieser Zeit in Gebrauch; der Keil bestand aus geschliffenem Stein, der Schaber aus Feuerstein; beide waren durchbohrt.

650 v.Chr.
Die Kelten in unserer Region: Eine frühe Besiedlung

Um 650. v. Chr. drängen aus dem Donauraum die Kelten über den Mittelrhein und stießen in Richtung Eifel und Belgien vor. Sie besiedelten auch unsere Gegend.

500 v.Chr.
Die Römer siedelten in Stockheim

Besiedlung durch die Römer bei Stepprath, am Goldberg und am Schäfersgraben.

50 v.Chr.
Stockheim an den römischen Wegenetzen

Die Lage der Alten Kirche von 980 und ihr Vorgängerbau außerhalb der Stockheimer Motte, die Reste der Ziegelei, der Drover-Berg-Tunnel und viele weitere Details sind eindeutige Beweise für die Anwesenheit der Römer und deren Siedlungstätigkeit in Stockheim! Die Römer besetzen und besiedeln unter Gaius Julius Cäsar unsere Region und das westliche Rheinland. Sie rotteten den bei uns bis dahin ansässigen keltischen Stamm der Eburonen fast aus und ließen die ihnen wohlwollend gesonnen rechtsrheinischen Ubier sich hier ansiedeln.Das heutige Wegenetz von Stockheim lässt 2 unterschiedliche Entstehungszeiten erkennen: Die der keltischen (Eburonen) und die der Römer. Dieses aus den Tranchot/ Müffling´schen Karten aus dem Anfang des 19. Jahr. zu entnehmende Wegenetz beweist, dass Stockheim kein eigens von den Römern neu gegründeter Vicus ist, sondern schon vorher als urzeitlich-keltische Streusiedlung existiert hat; der für die römische Zeit für Neuansiedlungen typische rechtwinklige Straßenzuschnitt ist in Stockheim nicht zu erkennen. In der Zeit der Römer war Stockheim sicherlich der bedeutendste Ort in der Gemeinde Kreuzau, da es direkt an der römischen Militär- und Handelsstraße von Zülpich nach Jülich liegt

450 n.Chr.
Die Römer besiedeln das Rheinland

450 n. Chr. wurden die Römer von den Franken in unserer Region vertrieben und nahmen deren Land nach und nach in Besitz. Die Franken waren es die Stockheim den Namen gaben. Es waren freie Menschen, meist Bauern, die da siedelten wo sie fruchtbaren Boden fanden, Wasser und Holz um ihre Höfe zu bauen. Es gab immer noch große Wälder mit riesigen Bäumen. Die Franken verfügten nur über einfaches Handwerkszeug. Sie waren um diese Zeit noch nicht so geschickte Handwerker oder Baumeister wie es die Römer oder die Kelten waren. Die großen Bäume zu fällen wird für sie mühsam gewesen sein. Deshalb schlugen sie oft nur die Äste ab und ließen die dicken Stämme stehen, die dann wie riesige Stöcke aus dem Boden ragten. Sie gründeten hier bei uns eine Siedlung und nannten sie Stockheim. Die fränkischen Dörfer enthielten oft die Silbe Heim, weshalb man davon ausgeht, dass Ortsnamen mit „Heim“ fränkischen Ursprungs sind.

498
Chlodwigs Sieg, Frankenreich-Gründung, Stockheim entsteht

Der fränkische Fürst und spätere König Chlodwig besiegt die Römer. Gründung des fränkischen Reichs. Ansiedlung durch Krieger und Siedler.Das gerodete Waldgebiet wurde schließlich namensgeber, weil viele Wurzeln, Stämme und Stöcke stehen geblieben sind. Es kam zur Bildung eines Fränkischen Dorfes bei Sümpfen und Stöcken = Stockheim

785
Der Decke Boom wird gepflanzt

Pflanzung des Eichensetzlings, der später zum Decke Boom heranwuchs! Nach Aussage und Nachweis von Josef Velden aus alten Archivalien „Akten GVO, 8/I und 8/II von Stockheim – am 14.07.1597 ist in einem Bericht schon vermerkt, dass über eine Grenzbegehung der Herrschaft Burgau eine jährliche Prozession in Stockheim zur „dicken“ (also da schon alten) Eiche berichtet wird. 1906 hat der „Decke Boom“ einen Stammumfang von 5,40 m, die Höhe wird auf 18 m geschätzt und der Kronenumfang beträgt 20 m. Neben der Alten Kirche von Stockheim von 980 ist der „Decke Boom“, das Wahrzeichen von Stockheim und ist beim Kreis Düren als Naturdenkmal gelistet.

974
Erste Nennung von Stockheim im „liber valoris“

Stoicheim findet eine erste Benennung im „liber valoris“ (Übersetzt: „Buchwert“, ein Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe) bei Binterim und Mooren, wonach der Pfarrer 6 Mark und der Vikar 6 Mark bekommen. Dieses Buch gibt die Pfarrkirchen an, die seit den Zeiten Karl des Großen bestanden. Den „Zehnten“ zu Stockheim erhielt diesem Buche nach, das St. Andreasstift von Erzbischof Warinus, der 985 starb. Zu diesen Zeiten machte 12 Solid eine Mark aus. Ein Solidus galt gleich einem fetten Ochsen oder 30 Garben Korn. Es lässt sich nicht eindeutig nachweisen, dass es sich bei der Nennung im „liber valoris“ um unser Stoicheim (Stockheim) handelt. Eine Nennung von Stockheim m Jahr 1308 ist aber gesichert!

980
Der erste Bau der Alten Kirche entsteht

Schon im 9. Jahrhundert entstand eine Saalkirche aus Holz, die einem Brand zum Opfer fiel. Um 980 baute man genau in die Flucht der alten Holzkirche, die neue Steinkirche aus Bruchstein, auch eine Saalkirche im ottonischen Stil. Die Entstehung der Kirche um 980 ist durch Holzbruchstücke, die man an einem der Fenster fand, bewiesen. Anlässlich der jahrringanalytischen Untersuchung des Karlsthrones in Aachen, ermöglichte Dombaumeister Dr. Felix Kreusch auch Studien an Resten eines eichenen Bogenfensters der Stockheimer Alten Kirche, die beim Generalvikariat in Aachen sichergestellt sind. Ihr Stifter war vermutlich der Burgherr einer Burg, die 100 Meter weiter südlich auf einer Turmhügelanlage stand – einer sogenannten Motte (Heute: Kindergarten/Spielplatz/ Straße An der Motte).

1000
Nennung im Urkundenbuch Lacomblet

Stoicheim findet eine erste Benennung im „liber valoris“ (Übersetzt: „Buchwert“, ein Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe) bei Binterim und Mooren, wonach der Pfarrer 6 Mark und der Vikar 6 Mark bekommen. Dieses Buch gibt die Pfarrkirchen an, die seit den Zeiten Karl des Großen bestanden. Den „Zehnten“ zu Stockheim erhielt diesem Buche nach, das St. Andreasstift von Erzbischof Warinus, der 985 starb. Zu diesen Zeiten machte 12 Solid eine Mark aus. Ein Solidus galt gleich einem fetten Ochsen oder 30 Garben Korn. Es lässt sich nicht eindeutig nachweisen, dass es sich bei der Nennung im „liber valoris“ um unser Stoicheim (Stockheim) handelt.

1181
Cellam Stockheim von Papst Lucius III

Papst Lucius III. (1181-1185) nimmt 1181 die Abtei Siegburg in seinen Schutz mit alle ihren Privilegien, ihren Propsteien (Cella) worunter auch die cellam Stockheim war. Da die Siegburger Benedectiner in der Gegend von Zülpich viele Besitzungen hatten, wird die cella Stockheim wohl bei uns sein.

1234
Herrschaft Burgau und Ritter Amilius Owe

Der erste nachweisbare Herr von Burgau war der Ritter Amilius de Owe. Mehrere Urkunden aus dem Zeitraum zwischen 1234 und 1255 belegen dies. Die Dörfer Stockheim und Stepprath, Niederau sowie der Meiler Miesheim in der Nähe des Muttergotteshäuschens in Düren, gehörten seit jeher zur Herrschaft Burgau. Später wurden die Herren von Elmpt die Besitzer von Burgau. Burgau war ein Lehen der Herren von Heinsberg.

1255
Erste urkundliche Nennung von Stockheim

Die erste urkundliche Nennung von Stockheim datiert nach jetzigem Kenntnisstand aus 1255. Die Pfarre, bzw. der Pfarrer, von Stockheim wurde vermutlich das erste Mal urkundlich erwähnt, als der damalige Herr von Burgau, Ritter Amilius de Owe, 1255 sein Testament im Kloster Burtscheid machte. Als Zeugen waren zugegen: der Prior zu Burtscheid, Gerard, die Ritter Engebrand von Rurcke und Heinrich von der Forst. Außerdem der Pfarrer von Stockheim und der Enkel des Testators. Am Sonntage Quasi modo des Jahres 1255. (Urk. 50.)

13.06.1482
Heiratsvertrag zum Stockheimer Hof

Heiratsvertrag zwischen Hermann von Hochstetten und Adelheid von Horrich. Heiratsgut ist der Stockheimer Hof. Notariell beglaubigte Abschrift d.d. 1639, August 17.

1485
Die Herrschaft Burgau fällt als 43. Unterherrschaft an das Herzogtum Jülich-Berg

Die Herrschaft Burgau und damit auch Stockheim gehörte ab 1485 zum Herzögtum Jülich. Die männliche Hauptlinie der Herren von Heinsberg starb mit Johann IV. aus. Über dessen 1456 mit Graf Johann II. von Nassau-Saarbrücken erheiratete Tochter Johanna und deren Tochter Elisabeth gelangte die Herrschaft Heinsberg infolge der 1472 erfolgten Vermählung Elisabeths mit Herzog Wilhelm III. von Jülich, an Jülich-Berg. Nach dem Tod Elisabeths 1479 ohne überlebende Abkömmlinge, hätte auf die Herrschaft auch die jüngere Schwester Johanna, verheiratet mit dem Herzog Johann I. von Pfalz-Simmern, Anspruch gehabt. 1484 kaufte Herzog Wilhelm jedoch die Erbschaft und das Heinsberger Land wurde noch im gleichen Jahr als Amt Heinsberg dem Herzogtum Jülich-Berg einverleibt.

1523
Westturm und Sakristei wird an die Alte Kirche angebaut

An die Kirche wurde 1523 der dreigeschossige Westturm mit hohem Helm hinzugefügt, die Sakristei angebaut und der romanische Chor geändert und ein Kreuzrippengewölbe errichtet. An der Westseite der Kirche erhebt sich, die ganze Seite der Kirche bedeckend, ein mächtiger, 7 m im Quadrat messender Turm, dessen kerniges Bruchsteinmauerwerk mit großen Eckquadern ungefähr 15 ½ Meter Höhe erreicht. Die Glockenstube des dritten Geschosses hat nach jeder immelsrichtung ein durch gotisches Maßwerk verziertes Schallloch.Die in das Untergeschoss und in die Kirche führende Tür trägt die Jahreszahl 1523. Im Mittelgeschosse des Thurmes befindet sich der seit 1854 etwas veränderte Doral mit der damals angeschafften Orgel. Der Helm hat eine ungewöhnliche Höhe, da er, in Eichenholz konstruiert und mit Schiefer gedeckt, ca. 25 Meter hoch sich aufsetzt. Die Friedhofsmauer wird im 16. bis 18. Jahrhundert errichtet. Von 1752 bis 1764 wurde das Innere der Kirche umgestaltet.

06.12.1532
Stockheimer Hof als Unterpfand für eine Erbrente

Johann, Herr zu Elmpt und Burgau, und seine Frau Katharina von Weverden, gnt. Droyff, verkaufen an Daem von Birgel, Sohn des Frambach von Birgel, Vogt zu Hoynkirchen, eine Erbrente von 30 Goldgulden gegen 600 Goldgulden und stellen zum Unterpfand den Hof zu Stockheim.

28.09.1553
Gut Stepprath als Pfand für eine Erbrente

Johann, Herr zu Elmpt und Burgau, und seine Frau Catharina von Weverden, gnt. Droeff, verkaufen der Clara von Ürdingen, Bürgerin in Düren eine jährliche Erbrente von 25 Goldgulden gegen eine Summe von 500 Goldgulden und setzen als Pfand ihren Hof zu Steprath.

1626
Die aktuell kleinste und älteste Marien-Glocke in Stockheim wird gegossen

Die aktuell kleinste Glocke zu Stockheim ist auch die Älteste, sie hat den Orchesterton B und ist 360 kg schwer. Die Inschrift besagt: „Saneta Maria heißen ich, die Lebendigen rufen ich, die Todten begraben ich, aus dem Vorrath der Kirche bin ich genommen, aus dem Für bin ich geflossen, Christof von Trier hat mich gegossen. Das besondere ist dabei, dass die 1626 gegossene Glocke 1686 durch einen Blitzeinschlag in den Glockenturm zerstört wurde. In der Chronik von Pfarrer Jansen heißt es dazu: „Von diesem letzten Gusse 1626 waren nach einer Notiz 364 Pfund übrig geblieben, wozu noch 370 Pfund für einen neuen Guss 1696 hinzukamen. Wann die Glocke umgegossen wurde und wie der Neuguss erfolgte, ist unbekannt. Da Christopherus von Trier aus der Glockengießerei in Aachen von 1645 bis nachweislich 1700 gelebt hat, ist die Inschrift wahrscheinlich vom zweiten Guss. Christoffel von Trier hat die Glocke mit seinem Vater Jakob von Trier gegossen.

1685
Erster Schulraum in der Vikarie an der Kreuzigungsgruppe

Scheinbar angelehnt an die Kreuzigungsgruppe an der Andreasstraße / Kreuzauer Str. steht ein kleines Fachwerkhaus, das zur ehemaligen Vikarie gehörte. Dies war der erste Schulraum von Stockheim, gestiftet von Freifrau von Elmpt geb. Wolff Metternich im Jahre 1685. Auf dem Holzbalken über der Tür stand die Inschrift: „ANNA MARIA CATHARINA NATA L.B. WOLFF METTERNICH VIDUA AB ELMPT IN BURGAU 1685“ Im Winter von Oktober bis Mai wurden dort die Kinder vom Vikar unterrichtet, da sie zu dieser Zeit nicht auf dem Feld arbeiten mussten. Als die Vikarie zum zweiten Mal abbrannte, wurde sie verkauft und eine neue Schule in der Nähe der Kirche gebaut. Nur das kleine Fachwerkhaus überstand das Feuer.

26.08.1686
Blitz zerstört Glockenturm und Pfarrhaus

Durch einen Blitzeinschlag wird der Westturm der Kirche samt Glocke zerstört und auch Teile des Pfarrhauses verbrennen. Vom Glockenguss 1626 waren lauf der Chronik von Pfarrer Jansen noch 364 Pfund Material übrig, die noch um 370 Pfund ergänzt wurde und damit die Marien-Glocke um 1696 neu gegossen wurde. Weitere Infos, siehe „Glocke 1626“

16.10.1689
Brandserie durch franz. Besatzung

Herr Pastor Moitzheim aus Stockheim notiert im Taufbuch: Aber in Jahre 1689 den 16. Oktober ist durch die Franzosen das Dorf in Brand gesteckt worden. Das Pfarrhaus wie auch Stall und Scheune, alles ist verbrannt. Auf wessen Kosten es wieder aufgebaut werdeen soll, weiß unser Herrgott.

18.12.1690
Erdbeben erschüttert Stockheim

Pastor Schmitz notierte in einem alten Taufbuch, dass am 18.12.1690,abends um halb 6 Uhr ein schreckliches Erdbeben stattfand. Ebenso ein solcher Sturmwind, dass das Dach der Scheune abgedeckt und ein großer Baum umgeweht wurde. In der Chronik von Pfarren Jansen ist noch vermerkt, dass es in den späteren Jahren 1860 und 1878 noch weitere kleinere Erdbeben gab.

1694
Die Kirche erhält eine Uhr

Eine Kirchenuhr ist für 10 1/2 Reichsthaler gekauft worden und der Schmied Gerard Krings bekam 5 Gulden und 6 Albus für die Montage. Die Uhr und der Machlohn wurde von Freifrau von Elmpt geschenkt.

1698
Hof Meisheim zerstört

Der Hof Meisheim (damals Miesheim) wird zerstört von den Truppen des französischen Königs Ludwig XIV.
Die Sonne schien nicht für alle… Der Sonnenkönig, Ludwig XIV., führte seit seinem 30. Lebensjahr bis zu seinem Tode (1715) ununterbrochen Krieg:
– 1672 – 1678/79 Holländischer Krieg
– 1688 – 1697 sog. Pfälzischer Krieg
– 1701 – 1713/14 Spanischer Erbfolgekrieg
Dort, wo die französischen Truppen belagerten und eroberten, siegten und marodierten, wurden allenthalben Stadt und Landschaft in Schutt und Asche gelegt.

1748
Die erste Vikarie brennt vollständig ab

Die Vikarie an der Kreuzigungsgruppe (Haus Adriany) in der der Schulunterricht stattfand, brannte vollständig ab, woraufhin Burgau der Gemeinde Stockheim den Bau einer neuen Vikarie auferlegte. Bei nicht Befolgung hätte diese eine Strafe von 100 Goldgulden zahlen müssen. Die Gemeinde fügte sich, erbat sich aber bei der Herrschaft Burgau das benötigte Holz.

1752
Renovierungsarbeiten in der Alten Kirche, sowie neue sakrale Ausstattung mit neuen barocken Altären, Chorgestühl und Kommunionbank

Pfarrer Gerhard Schmitz hat am 14. Juni 1751 mit Baumeister Hans Georg Herold aus Düren einen Vertrag über 203 Reichstaler für die Anfertigung eines Hauptaltars und zwei Seitenaltären abgeschlossen. Bei Renovierungsarbeiten in der Alten Kirche werden zwei eiserne Anker als Streben im Deckenbereich eingezogen. Diese Streben tragen die Jahreszahl 1752. Im gleichen Jahr wurde neues Mobiliar angeschafft. Um den Chor musste sich der Pfarrer kümmern, das Schiff die Herrschaft und den Turm zahlte die Gemeinde. Der selbe Baumeister hat im Jahre 1752 für 76 Reichstaler und 40 Albus den Predigtstuhl erstellt. Die Chorgestühl die Kommunionbank und der Himmel für drei Altäre wurden für 72 Reichstaler in Auftrag gegeben. Den Hochaltar mit Tabernakel und darauf stehenden St. Andreasfigur sowie zwei Seitenaltäre mit Kanzel und Kommunionbank ließ Pfarrer Schmitz 1764 für 118 Reichstaler illuminieren, übersilbern und übergolden, alles mit feinem Gold und Silber ! 1773 wurde für 4 Reichsthaler ein Taufstein aus Marmor gekauft. 1774 wurde ein Beichtstuhl für 61 Reichsthaler hergestellt. 1892 waren die innere und äußere Restauration der Kirche abgeschlossen.

13.11.1753
Die 750 kg schwere Donatusglocke wird getauft.

Die größte Glocke im Kirchturm ist 1.513 ½ Pfund schwer und 1753 gegossen worden. Sie hat den Orchesterton Fis. Sie hat die Inschrift: „Deo gLorIosae Delparae et sanCto Donato potentI patrono saCra esto, vivos …oco, fulmina frango, defunctos plango. Martinus Legros malnundariensis me fecit anno 1753“ Bedeutet übersetzt: „Sei heilig dem Gott der glorreichen Delpara und dem heiligen Donatus, dem mächtigen Schutzpatron, ich schütze die Lebenden, ich zerbreche den Blitz, ich betrauere die Toten. Martinus Legros von Malnundari machte mich 1753.“ Am 13. November 1753 hat sie laut Auftrag der Dürener Capuzinerpater und Guardian des Klosters getauft. Pathe waren Graf Ignatius von Wolff-Metternich, Pathin die Gräfin von Spee zu Rath. Sie ist der Mutter Gottes und dem hl. Donatus geweiht.
Nach einer Notiz von Pfarrer E. Schmitz waren beim Gewitter tags wie nachts die Glocken schuldig zu läuten. Dafür waren der herrschaftliche Burgau’sche Hof an der Kirche mit der großen Glocke, der Lehnhof zu Stepprath mit der kleinen Glocke, der Fundationshof zu Stepprath mit der 2. Glocke vorgesehen. Jedoch mußte der derzeitige Küster kleppen (mit einem hölzernen Lärminstrument warner) oder im Voraus mit den Glocken ein Zeichen geben.

1755
Erdbeben in der Region

Zur Zeit des Lissabonner Erdbebens am 01.11.1755 wurde auch die unsere Region von Erdbeben heimgesucht. Am 18.02.1756 waren dauernd Erdbeben, die die Glocken von St. Anna und dem Rathaus von selbst läuten ließen. Bis 1766 kam es immer wieder zu Erdbeben.

04.07.1759
Reliquien vom heiligen Andreas beurkundet

Eine lateinische im Kirchenarchiv bewahrte Urkunde vom 4. Juli 1759 des Patriarchen Mondillas Ursinus von Konstantinopel, einst Erzbischof von Capua, sagt, dass die beiliegenden Reliquien solche des hl. Andreas seien. Beglaubigt ist diese Urkunde vom Generalvikar von Horn-Goldschmidt den 5. Januar 1770. Eine zweite Urkunde, ebenfalls in Latein, ist die des Cardinals Patrizi vom 15. April 1863, welche die Richtigkeit der beigefügten Partikel aus dem Grabe der allerseligsten Jungfrau Maria beweist. Beglaubigt hat sie Weihbischof und Generalvikar Baudri 1. Juni 1863. Beide Reliquien sind jede in silbernem Reliquiar in der Sakristei aufbewahrt und werden der Verehrung der Gläubigen an obigen Festtagen ausgestellt.

10.05.1770
Wegekreuz in Stepprath eingeweiht

Am 10. Mai 1770 wurde ein schönes hohes Steinkreuz neben dem Stepprather Garten an der Chaussee eingeweiht. Es hat folgende Inschrift auf der Rückseite: „Ex liberali munificentia (aus freigiebiger Schenkung) des hochwürdigen Herrn Joh. Andreas Stepprath, Prälaten der Hochlöblichen Abtei B. M. V. (der Mutter Gottes) et s. Heriberti in Deutz, auch zu Gedächtnis dero Eltern selig Hermanni Stepprath, gewesenen Scheffen dero freier Herrschaft Burgau und Maria Hoerst Eheleute 1770 den 10. Mai.“
Das Wappen zeigt zwei durch einen waagerechten Doppelbalken geschiedene Felder, in dem untersten ein Andreas-Kreuz mit doppelten Balken, in dem obersten 3 nebeneinander liegende Kugeln dem Anscheine nach. Der Wappenkopf ist ein Engel, der in seiner linken Hand den Abtstab trägt, in der rechten etwas durch den Zahn der Zeit Verwittertes. Fronleichnam schmückt dieses Kreuz die Familie Heidgen auf Stepprather Hof für den dann zu gebenden 3. Segen. Früher stand es etwas weiter von seiner jetzigen Stelle, überragt von einem großen alten Lindenbaum, bis es durch Verlegung eines Weges an seine jetzige Stelle kam.

06.06.1770
Kreuzigungsgruppe von Eheleuten Ramacher gestiftet

Gestiftet und eingeweiht wurde die Kreuzigungsgruppe an der Ecke Kreuzauer Straße / Andreasstr. laut Inschrift am 6. Juni 1770 zwei Tage nach Pfingsten von den Eheleuten Henricus Ramacher und Sibilla geb. Nesselroth und Bartholomäus Ramacher und wahrscheinlich seiner Ehefrau. 1891 wurde es auf Kosten der Eheleute Quirin Hecker und Anne geb. Virnich restauriert. Die Eheleute zierten dieses Kreuz auch an Fronleichnam. Traditionsgemäß wurde bei der Fronleichnamsprozession dort der erste Segen erteilt.

1785
Baustart der damaligen Poststation (Haus Linßen)

Das wunderschöne alte Bruchsteinhaus in der Andreasstraße ist wohl, außer der Alten Kirche und dem Hahnshof, eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Gebäude in Stockheim. Die Jahreszahl 1785 ist eingemeißelt über der Eingangstür der ehemaligen Poststation, was von Herrn Linßen liebevoll restauriert wurde und ist damit sehr wahrscheinlich das Baujahr. Gebaut wurde es von Johann Jacob Thelen. Als die Frau von Herrn Thelen verstarb, verkaufte er am 04.04.1810 sein schönes Gut an die Eheleute Hermann Josef Siepen und Anna Sibilla Rey, die das Gebäude als Herberge und Postkutschenstation betrieben.

1788
Elementarunterricht durch die Küster

Seit 1788 gaben die Küster in der Küsterwohnung neben der Wirtschaft Virnich (später TH. Platen – heute Andreasstraße 35) Schulunterricht womit die erste Volksschule in Stockheim gegründet war. Hier lehrten Mathias Engels, dessen Sohn Anton Engels, Anton Keller und zeitweise auch Andreas Engels Unterricht. Nach dem Tod des Vikars Lülsdorf verlängerte der damalige Patron, Johann Martin Reichsgraf von Burgau, die Pflicht der Vikare Unterricht zu halten nicht mehr.
Die Küster-Lehrer erteilen Elementarunterricht in Stockheim und erhielten je Kind einen halben Stüber Schulgeld. Ein Schulzwang bestand damals noch nicht. Ab 1802 fand dann ganzjährig Unterricht statt.

02.10.1794
Französische Truppen besetzen Stockheim

1794 eroberten französische Revolutionsgruppen das linke Rheinufer. Am 02. Oktober 1794 erreichten sie Stockheim. Ende Oktober 1794 war das gesamte linke Rheinufer französisch besetzt. Es folgten drei Jahre Besatzungsregime mit wirtschaftlicher Ausbeutung zum Nutzen der französischen Revolutions-Republik. Die große Begeisterung der deutschen Bürger für die Ziele der französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, verschwand dadurch rasch. Die Wende zum Besseren kam 1797 unter General Hoche, dem französischen Militärbefehlshaber am Rhein. Es entstand die Idee das Besatzungsregime zu beenden und die eroberten rheinischen Gebiete dem französischen Staat einzuverleiben. Der Frieden von Campo-Formio am 17. Oktober 1797 beendete den Krieg der Franzosen gegen das unterlegene kaiserliche Reich. Österreich erklärte sich nun bereit die linksrheinischen Gebiete an Frankreich abzutreten. Preußen hatte schon 2 Jahre zuvor zugestimmt. Der Vereinigungsprozess dauerte bis 1801. Mit dem Frieden von Lunéville gehörte das linksrheinische Gebiet zu Frankreich. Bereits 1798 wurde Französisch als Amtssprache verbindlich – was sich für viele Bürger als problematisch erwies.

1801
Mairie Stockheim im Kanton Düren im Departement Roer eingerichtet

1801 wurde mit dem „Frieden von Luneville“ das linksrheinische Gebiet Frankreich zugesprochen. Es wurde die Mairie Stockheim im Kanton Düren im Departement Roer (Rur) eingerichtet. Von 1794 bis 1815 gehörte Stockheim zum Kaiserreich Frankreich. Kreuzau gehört zu dieser Zeit zur Mairie Stockheim. Am 03.06.1802 wird Karl Drouven ins Amt als Bürgermeister berufen und hat seinen Sitz auf Schloss Burgau.

1815
Stockheim im Königreich Preußen nach der Neuordnung beim Wiener Kongress

Nach der Völkerschlacht von Leipzig 1813 erfolgte eine politische Neuordnung auf dem Wiener Kongress im Jahre 1814/15. Nach der französischen Besatzungszeit gehörte das Rheinland und damit Stockheim zum Königreich Preußen. Aus kirchlicher Sicht war Stockheim dem Dekanat Zülpich zugeordnet. Für die Verwaltungsgeschäfte wurden Landbürgermeistereien (Stockheim), Kreis (Düren) und Regierungsbezirke (Aachen) geschaffen. Die „Landbürgermeisterei Stockheim“ umfasste die Gemeinden Stockheim, Kreuzau, Niederau, Winden, Bergheim und Bogheim. Sie wurde mit der Bürgermeisterei Straß-Bergstein in Personalunion verwaltet. Das Bürgermeisteramt entstand im Haus An der Tränke. 1880 wird der Verwaltungssitz nach Kreuzau, Im Dröhl 1 verlegt und 1900 das Rathaus in der Bahnhofstraße gebaut und die Bürgermeisterei Stockheim wird selbstständig. Durch das Gemeindeverfassungsrecht von 1927 ergibt sich 1929 für die Bürgermeisterei Stockheim die Bezeichnung „Amt Kreuzau“. 1932 kommt das Amt Drove mit den gemeinden Drove, Boich, Thum, Leversbach und Üdingen hinzu. Im Zuge der kommunalen Neugliederung schlossen sich zum 01.07.1969 die Gemeinden mit Wirkung zum 01.01.1972 zur GEMEINDE KREUZAU freiwillig zusammen. Stockheim ist damit Ortsteil der Gemeinde Kreuzau.

31.07.1828
Guss der Andreas Glocke

Die mittlere Glocke der Kirche in Stockheim wiegt 507,5 kg und hat den Orchesterton Gis. Sie hat die Inschrift:
„PaX faVsta et ConCorDIa VIVa StoCkheIM“ = Glücklicher Friede und innige Eintracht (sei in) Stockheim.
Gegossen unter Pastor Anton Kellen, Weber und Engels Kirchenmeistern durch P. Boitel 1828. Dann unter einem Madonnenbildchen die Buchstaben B. M. V. = der allerseligsten Jungfrau Maria. Sie kam an Stelle einer 650 kg schweren, die gesprungen war. Herr Dechant Hoch hat sie am 31. Juli 1828 zu Ehren des hl. Pfarrpatrons Andreas feierlich eingeweiht. Pathe war Pastor Kellen, Pathin Anna Sibilla Rey, Ehefrau von Hermann Joseph Siepen. Am Juli 30.1918 wurde die mittlere Kirchenglocke, als Opfer des 1 .Weltkrieges, zum Einschmelzen nach Düren gebracht.

13.10.1828
Brunnen an der Kirche auf 100 Fuß gebracht

Der Bergmann Karl Elsenberg aus Schleiden hat den Brunnen an der Kirche von 40 Fuß auf eine Tiefe von 100 Fuß gebracht und dafür 125 Thaler erhalten. Der „Pütz“ an der Tränke lag in der Nähe der Kirche „auf´m Platz“, wie es wohl damals genannt wurde und gegenüber lag einer der Burgauer-Höfe, nach dem Brunnen auch Pütz-Hof genannt. Am 3. September 1827 schrieb Franz Stupp, der damalige Pächter des Pütz-Hofes, an den Bürgermeister Jonen in Soller wegen der Instandsetzung des Brunnens „auf ´m Platz“. Am 24. September 1827 war deshalb der Gemeinderat versammelt und bestimmte die Instandsetzung noch ein Jahr auszusetzen, wegen des Baus eines neuen Schulhauses, – welches aber erst 1840 fertig wurde. Am 27. September 1827 wurde vom kommissarischen Bürgermeister Jonen, wegen der Verbesserung des Gemeindebrunnens, die ganze Gemeinde versammelt. Dieses wurde dem Landrat August von Ripperda in Düren zur Begutachtung übergeben. Am 15.10.1827 „auf Soller Kirmesmontag“ ließ Bürgermeister Jonen den Gemeinderat bestellen, um demselben die „Brunnengewissenhaftigkeit“ ans Herz zu legen.

1830
In der Poststation übernachten 614 Reisende

Die Poststation (heute Haus Linßen, Andreasstr. 29) lag an der Hauptroute zwischen Jülich und Trier. Dort hatten Reisende die Möglichkeit die Pferde zu wechseln und zu übernachten. Laut Logierbuch von Hermann Siepen, der diese Poststation betrieb, übernachten 614 Reisende im Jahr 1830 in der Herberge.

09.10.1831
Wegkreuz Auf der Heide: Geschichte, Restauration und zerbrochene Jesus-Figur

Pfarrer Kellen schrieb über das Kreuz: Das Kreuz stand am Ausgang nach Kreuzau und wurde errichtet von den Gebrüdern Christian, Wilhelm und Nicolaus Hall und dessen Ehefrau Helena Keller. 1831 Oktober den 9. sonntags führte ich nach dem Mittag die Prozession nach dem Crucifixbild, benedicierte selbes Kreuz und auch die Bilder S. Maria und S. Johannes von einer starken Elle an demselben. Nachdem das Wegkreuz 2016 im Auftrag der Stockheimer Interessengemeinschaft restauriert wurde, fand am 11.11.2016 eine Einweihungsfeier statt, in deren Rahmen Pfarrer Scherer das Kreuz segnete. Bei Erdarbeiten, die für die Neugestaltung des Platzes nötig waren, fand man den Jesus der links und unten auf den Fotos zu sehen ist. Er war in mehrere Teile zerschlagen und lag dort wie in einem Grab. Wie lange schon weiß niemand zu sagen. Sein Alter wird auf 350 – 400 Jahre geschätzt. Er wurde im gotischen Stil gearbeitet. Genau wie das Wegkreuz ist auch dieser Jesus von Herrn Hommelsheim aus Boich restauriert worden. Anschließend befestigte er die Figur an einem Holzkreuz. Das Kreuz hängt jetzt in der St. Andreaskirche in Stockheim.

Schulgebäude in Stockheim von 1840-1899

Nachdem am 26.08.1837 der Grundstein für das Schulhaus – an der Straße „An der Tränke“ (dort wo heute der Bücherschrank steht) gelegt wurde, konnte dieses 1840 fertiggestellt werden. Die Schule hatte 2 Klassenräume und die Türen waren schwarz angestrichen auf denen mit Kreide geschrieben wurde. Vor der Schule war die Viehtränke des Dorfes und daher war der Schulhof im Park Hoffsümmer (später Ostrop und Kindertagesstätte). Als Franz Hoffsümmer Bürgermeister wurde, ließ er die Tränke zu schütten und dort den Schulhof errichten. Die Küsterei wurde für 300 Taler von der Gemeinde verkauft. Bereits 1876 war die Schülerzahl so hoch, dass nur noch Wechselunterricht stattfinden konnte. 60 Jahre – also bis 1899 fand hier im Schulsaal der Unterricht statt. Nach dem Neubau einer Schule an der Andreasstraße. 30 (Sparkasse/Zahnarzt) wurde zeitweilig der Unterricht der dritten Klasse wieder in der diesem kleinen Schulhaus An der Tränke abgehalten. Dort befand sich später auch das Heim der Hitlerjugend.

1841
Bau der B56 von Düren nach Zülpich

Die Landstraße/Chaussee Düren – Zülpich – Euskirchen – Bonn wird gebaut (heute B56)

1845
Stockheim: Ein Pfarrdorf mit 349 Einwohnern

Stockheim ist ein Pfarrdorf mit 349 Einwohnern. Bergheim, Niederau, Kreuzau und Winden bilden die Bürgermeisterei Stockheim.

1846
Rote Ruhr fordert 24 Menschenleben

Im Jahre 1846 wütet in Stockheim die rothe Ruhr. Im September und Oktober starben 24 Menschen, unter anderem auch Küster Anton Engels mit 46 Jahren, der hier 19 Jahre Lehrer war. Bis in die 1870er Jahre ging man eine Prozession zur Verehrung des heiligen Maternus nach Köln.

1850
Stockheim: Ein 370-Einwohner-Dorf mit rein katholischer Bevölkerung

Stockheim hat 370 Einwohner die alle katholisch sind.

06.01.1854
Tragödie in Stockheim: Pfarrer Wilhelm Kellen und Haushälterin ermordet

Pfarrer Wilhelm Kellen besuchte das Clerikal Seminar in Köln und studierte dort Philosophie und Theologie. Am 20.12.1800 wurde er zum Priester geweiht, war zuerst Informator in Kreuzau bei Herrn von Tork und wurde nach einem Jahr dort von 1801 bis 1811 Vikar in Drove. Am 05.10.1811 wurde er Pfarrer in Stockheim. Er wirkte 42 Jahre in der Pfarre Stockheim und wurde in Anerkennung für seine Verdienste im Jahr 1854 zum Ritter des Rothen-Ubler-Ordens 4. Klasse ernannt. Am Dreikönigstag des Jahres 1854 wurde er in seinem Haus überfallen und er sowie seine Haushälterin wurden zwischen 19 und 21 Uhr an diesem Abend ermordet.
Moritate zum Mord an Pfarrer Kellen (Bilder: Brigitte Schnitzler, Musik und Gesang: Heinz Dülks): https://youtu.be/xOVzZssxRYI

Grube Eustachia: Vom Torfabbau über die Teerdestillation bis zu Trockenbriketts

Die Grubengesellschaft begann in der Grube Eustachia mit dem Abbau von Braunkohle, damal noch Torf genannt. Der Abbau erfolgte Untertage und die Kohle wurde über einen Förderturm mit einem „Hunt“ hochgezogen. 20 Arbeiter förderten 9040 preuß. Tonnen Braunkohle und formten diese zu Stockheim Klütten. 1857 wurde der Betrieb von einer Dampfmaschine übernommen die die Fördermaschine und die Presse für die Entwässerung antrieb. Von 1861 versuchte man sich auch in der Teerdestillation, was aber wegen der Luftverschmutzung und der Geruchsbelästigung und fehlender Genehmigung 1865 eingestellt wurde. 1866 begann man Trockenbriketts aus Braunkohle und mit hohem Druck herzustellen. Die heutigen Straßennamen Am Torfberg, Am Bergwerk zeugen noch davon. Am 16.01.1906 wurde die Grube vom Amtsgericht Düren versteigert. Eustachia bedeutet: Die Ährenreiche oder Fruchtbare! Mit dem Ende der Grube wird Stockheim wieder zum landwirtschaftlich geprägte Ort.

Weieter Informationen unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Grube_Eustachia

1855
Stockheim wird Landesbürgermeisterei nach der preußischen Übernahme

Das linksrheinische Gebiet wird preußisch und die französische Herrschaft in der Maire Stockheim wird zur Landesbürgermeisterei Stockheim. Die Bürgermeisterei ist im Haus Nr. 6 – heute dem Wohnhaus der Familien Yvette und Pascal Smout an der Straße „An der Tränke 11“

03.05.1868
Pferderennen auf der Stockheimer Heide

Am 03. Mai 1868 wurde auf der Stockheimer Heide ein Pferderennen des Dürener Pferdezuchtvereins ausgetragen.Gegen 15 Uhr eröffneten die Signale das Rennen und Roß und Reiter flogen durch die wagen-, u. menschenumgürteten Schranken. Die Tunierteilnehmer mussten ihr Können in 7 unterschiedlichen Wettkämpfen bestreiten. Dazu zählten 1. Eröffnungs – Rennen, 2. Trabreiten, 3. Hürden – Rennen 4. Flachrennen, 5. Handicap Stepple Chase, 6. Flachrennen, 7. Dürener Stepple Chase.
Anhand weiterer Zeitungsberichten aus den Jahren 1868 und 1869 wird auch weiterhin von Reittunieren auf der Stockheimer Heide berichtet. Zur Aufrechthaltung der Ordnung und Sicherheit des Tunieres wurde u.a. folgendes Verordnet:
Wagen und Reiter, welche den inneren Raum der Rennbahn nehmen wollen, müssen die Einfahrt benutzen, welche auf der Stockheim- Niederauer Kommunalweg in der Nähe des Waldes mit Flaggen gekennzeichnet ist.
2. Fußgänger , welche das innerer der Rennbahn eintreten wollen, habe einen der 6 Eingänge mit Einlasskarte zu lösen. Sobald das zu beginnende Rennen mit dem Glockensignal verkündete ist, darf niemand die Rennbahn beschreiten oder überqueren. Zuwiderhandlung wird bestraft.
3. Das Rennkomitee ist erkennbar an seiner weißen Armbinde und ist wie die Polizei berechtigt zuwiderhandelnde Personen von der Rennbahn auszuschließen.
Bei Zuwiderhandlung werden Strafen bis zu 3 Thalern geanhndet.

1870
Stockheim im 19. Jahrhundert: Ein Knotenpunkt des Reiseverkehrs

In der Zeit bis 1870, wo die Eisenbahnlinie Düren – Euskirchen gebaut worden war, war Stockheim aber ein Ort, der von starkem „Durchreiseverkehr“ aus und in alle Himmelsrichtungen gezeichnet war; schließlich war die römische Verbindungsstraße Zülpich-Jülich immer noch eine der Hauptverbindungslinien der Region und von Stockheim gelangt man auch weiter ins Rurtal. Ein Logierbuch, in dem der Gastwirt Josef Siepen von 1830 bis 1842 alles über seine Übernachtungsgäste aufgeschrieben hatte – was damals Pflicht war – zeugt von diesem Reiseverkehr. 1830 verzeichnete das Logierbuch des Wirtes Hermann-Josef Siepen 614 Gäste, die das Haus beherbergte. Das Haus dieses Gastwirtes steht heute noch im Bereich Andreasstraße /Kreuzauer Straße, ein Ziegelsteinbau mit breitem Tor, einer hohen Mauer und barockem Dachstuhl. Es waren Frucht- und Obsthändler, Getreidehändler und Eisenwarenlieferanten, Kohlen- und Kalkhändler sowie Schafhirte und Schweinetreiber und Geistliche. Sie kamen aus der tieferen Eifel und wollten zu den Märkten im Düren-Jülicher Land oder mit den Eisenwaren aus der Arenberg’schen Eisenhütte zu Ahrhütte zum Walzwerk Schneidhausen oder der Eisengießerei in Lendersdorf. Lohehändler wollten zu den Gerbereien bei Malmedy, Bilderhändler aus Ungarn waren auf der Durchreise nach Aachen, ein Konditor reiste nach Bonn und ein Tuchfabrikant nach Eschweiler, usw.: Alles natürlich mit der Postkutsche oder den damals üblichen Fuhrwerken, wenn nicht sogar zu Fuß. Die neue Bahn nach Euskirchen (1864) setzte diesem regen Treiben dann zum großen Teil ein jähes Ende.

1872
Dürener Zeitung kommt täglich nach Stockheim

Die Dürener Zeitung wird ab 1872 schon täglich in Stockheim ausgeteilt

1875
Neue Verwaltungsordnung macht Stockheim zum Sitz der Amtsbürgermeisterei

Eine neue Kreis- und Provinzialordnung machte in 1875 Stockheim zum Sitz einer Amtsbürgermeisterei, zu der auch der Ort Kreuzau gehörte; die Verwaltung war im Haus Theunissen (heute Familie Smout) An der Tränke 8 untergebracht. 1901 wurde ein neues Amtsgebäude in Stockheim errichtet, so dass der damals kommissarische Bürgermeister sowohl in Kreuzau wie in Stockheim seine Amtsgeschäfte versehen musste. 1906 wurde das neue Bürgermeisteramt in Kreuzau errichtet und die Amtsbürgermeisterei erhielt den Namen „Bürgermeisterei Stockheim zu Kreuzau“. 1928 wurde daraus „Amt Kreuzau zu Stockheim“ und ein Jahr später das „Amt Kreuzau“, das bis 1972 Bestand hatte. Danach war Stockheim ein Ortsteil der Gemeinde Kreuzau.

1880
Verwaltungssitz der Bürgermeisterei Stockheim nach Kreuzau verlegt

1880 wird der Verwaltungssitz der Bürgermeisterei Stockheim nach Kreuzau, Im Dröhl 1 verlegt und 1900 das Rathaus in der Bahnhofstraße gebaut und die Bürgermeisterei Stockheim wird selbstständig

15.04.1882
Benennung des 1. Postamtes

Die Landesbestellbezirke ernennt u.a. Stockheim offiziell als Poststelle. Diese betätigt sich als Verkaufsstelle von Postwertzeichen sowie die postverkehr gebräuchlichen Formularen. Des Weiteren nimmt sie Brief-, und Paketsendungen an. Sie gibt diese an die Bewohner des Ortes, wie auch nach Vereinbarung mit Nachbarorte aus. Ebenfalls auch Zeitungen an die gemeldeten Empfänger. Seit dem 08.06.1868 wird von der Bezirksregierung dafür gesorgt, dass an den Häusern Briefkästen aufgehängt werden sollen.

1890
Volkszählung von Pfarrer Jansen

Volkszählung von Pfarrer Franz Jansen: 476 Bewohner in Stockheim, 19 in Stepprath – also 495 Einwohner, Ackersleute und 30 Fabrikarbeiter

Schulgebäude an der Andreasstraße. wird eingeweiht

Am 19.04.1898 konnte mit dem Bau der Schule begonnen werden und im Oktober 1899 wurde die neue zweizügige Schule an der Andreasstraße. In Betrieb genommen. Unterrichtet wurde in 2 Klassen getrennt nach Jungen und Mädchen.

1900
Einwohnerzahl: 559 Einwohner

Im Jahre 1900 hat Stockheim 559 Einwohner

1900
Das Leben in Stockheim um 1900

Um das Jahr 1900 herum war das wirtschaftliche Leben in Stockheim auf Grund der ertragreichen Böden durch die Landwirtschaft bestimmt. Die Bewirtschaftung der Felder erfolgte in der 3-Felder-Wirtschaft – abwechselnd Brache, Hackfrüchte und dann Getreide. Das Getreide wurde mit der Hua-Sichel geschlagen, zu Garben gebunden, zum Trocknen und Nachreifen auf dem Feld aufgestellt und im Winter mit dem Flegel gedroschen. Durch hochwerfen der Frucht im Durchzug auf der Tenne wurde dort die Spreu vom Weizen getrennt. Eine detaillierte Beschreibung findet man in der angehängten Datei.

1902
Gründungs des Kriegervereins

In der Zeit von 1902 bis 1918 gab es den ersten Stockheimer Kriegerverein. Er setzte sich aus Frontsoldaten zusammen. Herr Wilhelm Velden war lange Jahre 1. Vorsitzender des Vereins.

01.04.1905
Neuer Friedhof freigegeben

Der neue Friedhof östlich der Bundesstraße in Richtung Jakobwüllesheim wird eingeweiht und freigegeben.

1906
Stockheim bekommt Strom von RWE

Im Jahre 1906 begann RWE in Stockheim mit der Elektrifizierung

15.09.1906
Der decke Boom bekommt ein Marienbildnis

Pfarrer Jansen war stets bestrebt seine Pfarrgemeinde gut behütet zu wissen. Doch blickte er mit Argusaugen auf die jungen Leute die anstelle der sonntäglichen Betstunde, sich lieber im Schatten des Decken Boom vergnügten.
Um der Sitte und Ordnung zu genügen, bat er seinen damailigen Bischof um Hilfe. So wurde im Jahr 1906 ein Marienbild an der Eiche befestigt.
Seither wird sie im Volksmund auch Marieneiche genannt.
Die Muttergottes lädt seitdem Menschen ein, zu einem stillen Gebet oder um einen Moment auszuruhen.
Das Marienbild am „Decke Boom“ wird von Pfarrer Franz Jansen eingeweiht und gesegnet.

02.06.1909
Gründung des Turn- und Sportverein Stockheim 09

Die Gründung des Turn- und Sportverein Stockheim 09 wurde am 02.06.1909 am Decke Boom beschlossen. Die elf Gründungsmitglieder trafen sich am Decke Boom und berieten über die Gründung eines neuen Sportvereins und gaben dem TSV den Wahlspruch: „Wer seine Sehne stärkt, stärkt seine Seele!“ Die Gründer des TSV Stockheim 09 waren: Schmitz Theodor, Markus Johann, Kleefisch Konrad, Markus Alois, Düpper Hubert, Gentgen Josef, Salentin Johann, Puh Wilhelm, Hecker Quirin, Schmitz Jodokus, Stockheim Barthel. Die Gründungsversammlung wählte Theodor Schmitz als ersten Vorsitzenden.

20.09.1909
Erste Kirmes des TSV 09 in Stockheim

Schon im Gründungsjahr am 20. September 1909 feiert der neue entstandene TSV 09 die Kirmes in Stockheim in der Gaststätte bei Barthel Stockheim. Im darauffolgenden Jahr 1910 fand am 25.09. das Stiftungsfest beim Wirt Theodor Platen statt.

1911
Erste Vereinsfahne des TSV Stockheim 09 wird angeschafft

Im Jahr 1911 wird die erste Vereinsfahne für den neu gegründeten Sportverein angeschafft und wahrscheinlich die Kosten dafür vom Gastwirt Th. Platen vorgestreckt. Während des Turnfestes findet die Fahnenweihe statt und die Jungfrauenkongregation widmet dazu eine Fahnenschleife. In der Zeit des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918 erliegt der gesamte Sportbetrieb. Der Vereinswirt Th. Platen erlässt dem Verein 1918 die Fahnenschulden. Nachdem des TSV mit einer Turnerriege gestartet ist und 1911 der Deutschen Turnerschaft beigetreten ist, nimmt in diesem Jahr schon die erste Fußballmannschaft den Spielbetrieb auf.

11.04.1910
Stockheim bekommt erste Wasserleitung

Man begann in Stockheim mit dem Bau der Wasserleitung, die von Westen her von Kreuzau aus angebunden wurde. Bis dahin gab es 3 Brunnen, von denen aus das Wasser mit Eimern geholt werden musste. Das Wasser war von schlechter Qualität und die Brunnen trockneten auch schon einmal aus. In der Chronik von Pfr. Jansen wird berichtet, das schon im Oktober 1906 bei E. Höffsümmer eine ektrische Pumpe angschlossen wurde. Diese beförderte in 2 Minuten u. 3 Sekunden 600 l Wasser aus dem „Brubbel“ Maar.

30.05.1912
Garnisonsvertrag in Düren abgeschlossen

Im Kriegsministerium wird der Garnisonsvertrag abgeschlossen, mit dem der Bau der Kaserne in Düren beschlossen wurde. Düren bekam ein Infanterie Bataillon mit Stab und Regimentskapelle, eine Maschinengewehr-Kompanie und eine Abteilung Feldartillerie. Damit verbund war dann auch der Bau eines Schießstand in der Stockheimer Heide. Heute würde man den Standort im Wald an der Alten Gasse nach Kreuzau zuordnen. Es wurde auch ein Exerzierplatz Zwischen Soller und Drove auf der Drover Heide errichtet, der später in den 1950er Jahren durch die Panzerstraße an die Kasernen angeschlossen wurde. Im Jahr 1953 wurde in der Nähe der Panzerstraße (heute am westlichen Rand vom Wohngebiet Lichtung Marieneiche) ein Munitionsdepot auf einem Areal von 130 Hektar errichtet und eingezäunt. 1990 räumte das belgische Militär das Munitionsdepot, was dann 2003 von der Fa. STRABAG zum Wohngebiet erschlossen wurde.

05.01.1913
Erste Schauturnen des TSV

Nachdem die Turnriege einheitliche Turnbekleidung angeschafft hat und der Deutschen Turnerschaft beigetreten ist, wird das erste öffentliche Schauturnen mit Reigen, Theater, Stabschwingen und anschließendem Ballkränzchen veranstaltet. Mit dem Kriegsausbruch zum 1. Weltkrieg erliegt der Turn- und Sportbetrieb und kann erst wieder 1918 aufgenommen werden..

1914
Letzter Gang des Nachtwächters Engelbert Krieger

Bis zum Jahre 1914, dem Beginn des 1. Weltkrieges, ging Nachtwächter Engelbert Krieger mit Laterne und Trompete jede Nacht durch Stockheim. 1914 war sein letzter Gang durch Stockheim.

1918
Der 1. Weltkrieg fordert seine Opfer – auch in Stockheim

Im 1. Weltkrieg fallen 34 Männer aus Stockheim.

1918
Französische Besatzungssoldaten in Stockheim

Nach dem 1. Weltkrieg 1918 befanden sich französische Besatzungssoldaten in Stockheim. Sie hatten kurzerhand die Schulbänke aus dem Schulgebäude geworfen und schliefen dort auf dem Strohbett. Die Kinder lernten von den französischen Soldaten die französische Sprache und wunderten sich über die Essgewohnheiten. Aus dem Hauptquartier in Drove wurde Gulasch mit Weißbrot geliefert. Zum Essen saßen die Franzosen um eine große viereckige Pfanne auf der Straße und speisten dort.

15.02.1921
Gründung der Schützen-Gesellschaft ab 1931 dann St. Andreas Schützen-Bruderschaft

Die St. Andreas Schützenbruderschaft wurde im Februar 1921 von den Gründungsmitgliedern; Wilhelm Velden, Josef Velden, Theodor Dorweiler, Josef Hennes, Hubert Vonderhagen, Wilhelm Fischenich und Engelbert Tesch ins Leben gerufen. Zum 1. Schützenmeister (Vorsitzenden) wurde Wilhelm Velden gewählt. Der Gründungsvorstand wurde von Josef Hennes und Wilhelm Fischenich ergänzt. Der erste Schützenkönig war Wilhelm Velden, der von der Versammlung noch gewählt wurde. Peter Salentin war 1922 der erste Schützenkönig der durch ein Schießen zu den Königswürden kam. 1931 stellte einen Wendepunkt in der Schützengesellschaft dar. Zum Fest der Schutzpatrons der Pfarrgemeinde, dem heiligen Andreas, wurde in der Kirche eine neue Fahne geweiht und die Schützengesellschaft wurde zur Bruderschaft. Damit hatte man auch ein stärke Bindung an die Kirche und so sahen es die Schützenbrüder es als ihre Pflicht und Aufgabe an, bei der Fronleichnamsprozession das Allerheiligste zu begleiten und die Brudermeister zu stellen. Mit dem Regierungswechsel 1933 und dem zweiten Weltkrieg kam wohl die schwierigste Zeit der Bruderschaft und es wurde 1938 sogar verboten Uniformen zu tragen. Besonders soll erwähnt werden, dass Engelbert Pesch von 1930 bis 1957 als Schriftführer im Vorstand viel Engagement in die Bruderschaft einbrachte.

1925
Landwirtschaft und Handwerk in Stockheim

In Stockheim sind 26 Landwirte tätig, es gibt 4 Handwerksbetriebe (Schmiede Franzen, Schmiede Hubert Vonderhagen, Stellmacher Fritz Ramacher und Sattlermeister Dornweiler. Im Ort sind 4 Lebensmittelgeschäfte: Barthel Stockheim, Hermann Stockheim, Kleu und Hennes. Es gibt 3 Gaststätten: Hubert Milz, Barthel Stockheim und Theodor Platen.

1926
Erste Tankstelle eröffnet

In Stockheim geht die erste Tankstelle an der Außenmauer der früheren Poststation. Die Tanksäule war mit einem Zapfschlauch und einer Handpumpe ausgestattet. Barthel Stockheim, der die Gaststätte und den Verkaufsladen direkt nebenan betrieben hat, verkaufte dort den Sprit. Das Foto zeigt Barthel Stockheim und Heinrich Schiffer.

21.08.1927
Einweihung des Ehrenmals vor der Kirche

Das Ehrenmal vor der Stockheimer Pfarrkirche St. Andreas wurde am 21.08.1927 als Erinnerung an die 34 Gefallenen im 1. Weltkrieg eingeweiht. Die Enthüllung des Denkmals erfolgte durch Bürgermeister Hoffmann; Lehrer Janßen hielt eine Gedenkrede. Der Unterbau des Denkmals war von Bauunternehmer Zimmermann aus Düren hergestellt worden, der Obelisk und Adler stammen vom Bildhauer Mathieu Oprée aus Düren. Die Vorderseite zeigte den Kopf eines Kriegers mit der Widmung: „Ihren gefallenen Helden die dankbare Gemeinde“. Seitlich waren die Namen der 34 Gefallenen eingemeißelt. Auf der Rückseite befand sich ein Eisernes Kreuz mit der Widmung: „Sie starben für uns; wir beten für sie“.

Weitere Infos:

http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/stockheim.htm

http://www.ehrenmale-kreis-dueren.de/Kreuzau%20-%20Stockheim.htm

1928
Errichtung des Wegekreuz „Busche Krözje“

Auf einem kleinen Platz vor dem Hof des Landwirtes Busch, Andreasstraße – Ecke Bubenheimer Weg, steht ein sehr schönes Wegekreuz. Das Kreuz ist aus Stein gearbeitet und der Korpus des Jesus ist aus Bronze. Es trägt die Aufschrift „Im Kreuz ist Heil“. Auch die Namen der Stifter Gottfried Busch, Josef Busch und Katharina geb. Hoch sind eingearbeitet. Das Kreuz wurde laut Aussage von Frau Irmgard Busch. um 1928 errichtet. Die STIG gestaltet diesen Platz im Jahr 2020 neu und ließ auch das Kreuz mit der Inschrift und den beschädigten Altarsockel erneuern.

1928
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Stockheim in den ersten Wochen des Jahres 1928. Nachdem am 27.12.1927 die Ställe und Scheune vom Anwesen Peter Schiffer abbrannten, wurde das Fehlen einer eigenen Löschgruppe in Stockheim immer deutlicher. Man gründet in der Gaststätte von Hubert Milz unter dem Vorsitz des damaligen Ortsbürgermeisters Johann Weyermann und im Beisein von Amtsbrandmeister Strepp die Freiwillige Feuerwehr Stockheim. Als erster Brandmeister wurde Peter Salentin gewählt. 1931 bekamen die Stockheimer Wehr den Feuerwehrsteigerturm aus Kreuzau, der in ehrenamtlicher Arbeit umgesetzt wurde und fortan als Übungsstrecke und zum Trocknen der Schläuche diente. 1937 wurde Matthias Laufenberg nach dem Besuch von mehreren Lehrgängen Brandmeister und konnte weitere junge Männer für die Wehr begeistern. 1953 wurde Adolf Demel damit betraut, die Löschgruppe neu zu organisieren. Zu den Gründern unserer Wehr zählen: Salentin Peter, Laschet Peter, Broichmann Anton, Laufenberg Matthias, Bringmann Franz, Pesch Theodor, Emunds Josef, Probst Josef, Erken Peter, Puh Wilhelm, Krieger Peter, Rothkopf Josef, Kuth Josef, Salentin Andreas, Salentin Johann, Schröder Gottfried, Salentin Matthias, Velden Matthias, Salentin Matthias, Veithen Matthias, Schiffer Heinrich, Vonderhagen Hubert, Schiffer Hermann, Vonderhagen Wilhelm, Schmitz Engelbert, Weyermann Johann, Schönenberg Anton, Weyermann Josef, Schönenberg Gottfried

20.07.1928
Turnriege beim Deutschen Turnerfest

Die Stockheimer Turnriege nahm vom 20. bis 30. Juli 1928 am 14. Deutschen Turnfest in Köln-Müngersdorf teil.

1929
Bürgermeisterei Stockheim heißt jetzt „Amt Kreuzau“

Durch das Gemeindeverfassungsrecht von 1927 ergibt sich 1929 für die Bürgermeisterei Stockheim die Bezeichnung „Amt Kreuzau“. 1932 kommt das Amt Drove mit den Gemeinden Drove, Boich, Thum, Leversbach und Üdingen hinzu

1929
Erste Poststelle im Haus der Familie Stockheim

In Stockheim wird die Poststelle in einem Raum im Wohnhaus von Barthel Stockheim, der zu dieser Zeit der Briefträger im Ort war, eingerichtet. Es ist bis in die 2020er-Jahre das Haus von Elisabeth Johnen, geborene Stockheim – Tochter von Barthel Stockheim – in der Andreasstr. 41. Ab 1962 wird die Poststelle in der Kreuzauer Straße 40 durch Margarethe Breuer betrieben. Später wird die Poststelle in die Räume des ehemaligen Geschäft – Hennes – Kreuzauer Straße 50 durch Evemie Friederichs geführt. Im „Leckerback“ gab es dann eine Postfiliale bei Frau von berg und nach der Schließung ist in den 2020er- Jahren die Postfiliale in der KFZ-Werkstatt Küppers im Gewerbegebiet.

1930
Der Eichenwald an der „Vikarie“ wird gefällt

Der Eichenwald in der Flur „Vikarie“ wird gefällt. Auf dem heutigen Standort befindet sich nun die Kindertagestätte.

1932
Römische Töpfersiedlung VERECUNDUS entdeckt

Im Wald zwischen Stockheim und Soller entdeckten Lehrer Wilhelm Cüppers und sein Freund Oberstudienrat Bös aus Düren, in der Nähe der Ellbach-Quelle eine römische Töpfersiedlung mit 4 Häusern, 2 Wasserleitungen, 4 Brunnen, 1 Badeanstalt und 8 Brennöfen. Es wurden umfangreiche Grundmauern römischer Villen freigelegt, sie waren mit rotem Sandstein (aus Drove) gemauert und hatten eine Dicke von 0,73 m, dabei fand man röm. Glasscherben, Stücke von Wandverputz mit rotem oder grünlichem Anstrich, sowie einen Wassertrog. Der Estrichboden der etwa 0,25 m dick war, war mit Ziegelstücken durchsetzt. Unter einer Mauer kam eine guterhaltene Kieselsteindrainage zum Vorschein, die in Richtung Landstraße hin verlief.Töpferscherben haben die Inschrift VERECUNDUS FEC, Sigillata-Töpferstücke tragen die Inschrift AMMIUS F – Die Fundstücke wurden an das Dürener Museum übergeben. Beim Töpferofen fand man eine Kupfermünze mit dem römischen Kaisers Hadrian.(Dür Mus) .
Hinweis aus Wikipedia: Verecundus war ein römischer Töpfer, tätig in der zweiten Hälfte des 2. bis in die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts. Er betrieb eine Töpferei in Soller (Kreis Düren), 45 km westlich von Bonn, die 1932/33 ausgegraben wurde. Diese produzierte hauptsächlich Mortaria (Reibschüsseln) mit Horizontalrand, die in Niedergermanien und im südlichen Britannien gefunden wurden („Soller mortaria“, „Verecundusware“). Diese sind mit dem Stempel „VERECUNDUS F(ecit)“ versehen.
Im Dorfmuseum in Soller werden viele Tonstücke aus der Verecundus Töpferei ausgestellt und ein Besuch dort lohnt sich um viele Fachinformationen zu erhalten ! Am 7.April 1933 wurden bei den Ausgrabungen der Töpfersiedlung ein Brandgrab mit 13 teilweise erhaltenen Gefäßen freigelegt.

28.09.1933
Neu-bzw. Belebung des Kriegervereins

Nach der ersten Gründung des Kriegervereins im Jahre 1902 -1918 trafen sich am 28.09.1933 die Frontsoldaten um den Kriegerverein wieder neu zu gründen. Alle ehemaligen Soldaten, die soldatischen Geist und vaterländische Gesinnung hochhalten, wurden zu einer Versammlung im Lokal Milz eingeladen, wo sie über Wesen u. Ziele des Kriegervereins und des Kyffhäuser Bundes aufgeklärt wurden. Es meldeten sich bereits 26 Mitglieder. Am 23.01.1934 wurde die Kyffhäuser Bundesflagge an den Kriegerverein überreicht.

1935
Die Landstraße B56 wird begradigt

Die ehemalige Dürener Chaussee, heute B56 wird in Richtung Soller begradigt und erhält seine aktuelle Straßenführung, so dass der Hauptverkehrsfluss nicht mehr durch den Ort führt.

Grundsteinlegung für die neue Kirche

Im April 1935 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der neuen Kirche in Boicher Sandstein in Stockheim unter Pastor Heinrich Zimmermann. Die Kirche durfte unter der Hitler-Regierung nur weiter gebaut werden, wenn dort eine Bürgerraum mit Kinosaal entsteht. Die Kirche erhielt eine wertvolle barocke Ausstattung. Die Reliquie vom heiligen Andreas wurde aus dem Barockaltar entnommen und 1937 im neuen Altar umgebettet. Pastor Werth hielt laut Aussage älterer Stockheimer in der alten Kirche (Sakristei) in der Zeit von 1937 bis 1944 Religionsunterricht. Denn in der Nazizeit war das in der Schule verboten.
Wie der Ort selbst, war die Kirche stark zerstört und wurde in den Jahren 1948 bis 1951 wieder aufgebaut und umgebaut.1969 wurde die Kirche durch den Dürener Architekten Rollesbroicher, in einem Zeitraum von 3 Monaten renoviert. Nun sind alle Kriegsschäden beseitigt.Die Unkosten von 50.000,- DM wurden mit 21.000,- DM vom Bistum Aachen bezuschusst. Den restlichen Teil in Eigenleistung von 29.000 DM, hatte man sich in sechsjähriger Kollektenaktion zusammengetragen. 1970 wurde eine Lautsprecheranlage für 4000,- DM und eine Liedanzeiger für 1400,- DM installiert. Vor der Kirche wurde der ganze Vorhof mit Steinplatten belegt. Die Kosten wurden zum Teil von der Gemeinde übernommen. 1973 wurde der Fußboden für 9.300-, DM erneuert. Der Boden wurde mit Beton aufgefüllt, isoliert und mit gutem Kunststoffboden abgedeckt.Durch die Eigenleistung der kath. Jugend konnte 2000,- DM gespart werden.Eine neue Zufahrtsstraße zur Kirche mit angrenzendem Parkplatz wurde von der Gemeinde Kreuzau angelegt. Ebenso ein neuer Weg aus Verbundsteinen um die alte Kirche herum. 1975 wurden neue Lampen im Kirchenschiff für 2500,- DM angeschafft. Ebenso wurde die Dereux Orgel (elektr. Orgel) um 4 Register erweitert. Die Kosten belaufen sich auf 4000 ,- DM. Die Orgel hat nun ein besseres Klangvolumen und kann mit jeder Pfeifenorgel (die Unerschwinglich teuer wäre) mithalten.Von 1937 bis 1984 befand sich in der neuen Kirche ein Steinaltar. Seit 1984 steht der heutige Altar in der neuen Kirche!
Die Andreas Figur vom alten Altar (alte Kirche) wurde in der neuen Kirche aufgestellt und ist heute noch zu sehen.

01.09.1939
Beginn des 2. Weltkrieges

Durch den Überfall auf Polen durch die Nazis beginnt der 2. Weltkrieg

1940
Pastor Zimmermann von GESTAPO angeklagt und durch Pfarrer Anton Werth ersetzt

Priester standen im Dritten Reich unter besonders in kritischer Beobachtung!
Heinrich Zimmermann wurde am 08.08.1889 in Köln geboren. Am 24.06.1915 wurde er zum katholischen Priester geweiht . Im Jahre 1934 wurde er Pfarrer in Stockheim. Er verweigerte seit dem Jahre 1936 die öffentlichen Sammlungen für die nationalsozialistische Volks-Wohlfahrt das Winterhilfswerk und das Rote Kreuz. Zur Begründung seiner ablehnenden Haltung gab er seine maßlose Verärgerung über die bildliche Verunglimpfung einen katholischen Geistlichen in dem Wochenblatt ”Der Stürmer” von November 1936 an. Außerdem beklagte er häufige kirchen- und religionsfeindliche Auslassungen in Wort und Schrift. Dies führte dazu, dass er es offen ablehnte den deutschen Gruß zu grüßen. In der Folgezeit wurde Pfarrer Zimmermann durch den zuständigen Landrat verwarnt. Aufgrund einer Anzeige wurde gegen den Pfarrer durch die Staatspolizei Aachen ermittelt .Dann folgte am 05.07.1940 die Ausweisung aus der Rheinprovinz. In einer Sitzung vom 16.05.1942 verurteilte das Sondergericht Aachen, Pfarrer Zimmermann wegen Vergehens gegen das Heimtücke-Gesetzes vom 20.12.1934 zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr. Pfarrer Zimmermann verbüßte seine Haftstrafe im Gefängnis Hanau vom 26.06.1942 bis 25.06.1943 und kehrte nie mehr nach Stockheim zurück- Nach dem Krieg ist Pfarrer Zimmermann von 1952 bis 1958 als Pfarrer in Oberzier tätig gewesen und ist dort am 04.01.1960 verstorben.

12.05.1940
Erste Bombenangriffe auf Stockheim

Die ersten Sprengbomben fallen am 12.05.1940 am südlichen Rand vom Dorf im Feld und am 24.06.1941 fallen Bomben am Ellebach und am 10.10.1941 wird eine Feldscheune in Stepprath durch Brandbomben eingeäschert.

29.06.1943
300 Brandbomben fallen auf Stockheim

Dreihundert Brandbomben fallen ins Dorf, acht davon auf das Schulgrundstück, in mehreren Häusern entstehen kleinere Brandschäden und die Scheune von Familie Bringmann brennt ab.

23.08.1943
Englische Soldaten aus brennendem Flugzeug abgesprungen

Mehrere englische Soldaten, die aus einem brennenden Flugzeug abgesprungen waren, kommen ins Dorf,

13.09.1944
Stockheim im Zweiten Weltkrieg: Flucht, Zerstörung und Schanzen

Die ersten Flüchtlinge aus der Gegend südlich von Aachen kommen nach Stockheim und man hört den Geschützdonner von der Schlacht im Hürtgenwald. Männer von 16 bis 60 Jahren, die noch in der Heimat sind, müssen in der Nähe „schanzen“. Dabei werden mit dem Spaten in Handarbeit Wehrbauten und Gräben zur Abwehr des Feindes errichtet. Am 23.09.1944 schlagen die ersten Granaten ein und es werden Häuser und eine Scheune zerstört sowie Vieh getötet. Am 25.09. treffen der ersten Flüchtlinge aus Gey und Hürtgen ein und in der Schule An der Tränke wird ein Hauptverbandsplatz eingerichtet. Am 08.10.1944 werden bei Stepprath 6 Soldaten und eine Frau durch Bomben getötet.

16.11.1944
Operation „Queen“: Großangriff der Royal Air Force auf Düren mit 6 Todesopfern aus Stockheim

Großangriff der englischen Luftwaffe mit 1.122 Flugzeugen und 5.736 Tonnen Bomben in der Operation „Queen“ auf die Städte Düren, Jülich und Heinsberg. In 21 Minuten (von 15:23 Uhr bis 15:44 Uhr) laden 474 Flugzeuge der Royal Air Force 2.751 Tonnen Bomben über Düren ab. Es starben 3.126 Menschen, davon auch 6 Personen aus Stockheim. Am 17.11.1944 verlassen viele Stockheimerinnen und Stockheimer ihren Heimatort und bringen sich mit den wichtigsten Eigentümern in Sicherheit. Sie erwarten das Ende des Krieges in vielen Orten des Kreises Euskirchen, Bonn aber auch in Thüringen, Sachsen und Siegburg.
https://www.dueren.de/kultur-tourismus/stadtportraet/stadt_kreisarchiv/16111944

30.11.1944
Stockheim unter Beschuss: Ein schwerer Bombenangriff und seine Folgen

Bombenangriff auf Stockheim durch die amerikanische Luftwaffe. 9 Personen kommen in Stockheim ums Leben. Viele Familien hatten vorher schon der Ort verlassen. Der Ort war nach der amtlichen Erhebung zu 75% zerstört. 30 Häuser waren völlig zerstört, kein Dach und keine Fenster war mehr ganz. 55 Soldaten und 18 Zivilpersonen aus Stockheim verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben oder wurden als vermisst gemeldet. In der Schule An der Tränke war ein Lazarett eingerichtet wo die Verwundeten aus dem Hürtgenwald behandelt wurden.

26.12.1944
Wehrmacht sprengt die Windener und die Schneidhausener Rurbrücken

Das Gemeindegebiet links der Rur war schon in amerikanischer Hand und damit die amerikanischen Soldaten nicht so einfach die Rur überqueren können, werden die Windener und die Schneidhausener Rurbrücken von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Bereits am 26.02.1945 konnte das 284. US Pionierbataillon zwischen Kreuzau und Winden die Bailey Brücke errichten und die 9. US-Panzerdivision die Rur dort überqueren. Danach wurden alle Ortsteile schnell von den Amerikanern eingenommen.

15.04.1945
Stockheim im Kriegsende: Die Befreiung und ein tragischer Mord

Stockheim wird von den Amerikaner eingenommen. Während dieser Zeit wurde Frau Christina Schmitz, geborene Ink, von einem Besatzungssoldaten überfallen und ist am 15.04.1945 verstorben.

07.05.1945
Kapitulation der Wehrmacht in Reims

Durch die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht im Hauptquartier General Eisenhowers in Reims am 07.05.1945 und die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde am 08.05.1945 durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel im sowjetischen Hauptquartier Berlin-Karlhorst ist der 2. Weltkrieg nach 5 Jahren beendet.

1945
Die Rückkehr aus der Evakuierung und der Wiederaufbau

Die ersten Stockheimer, die 1945 aus der Evakuierung in ihr zerstörtes Dorf zurückkehrten, waren vom Anblick der Ruinen tief erschüttert. Der Ort war nach der amtlichen Erhebung zu 75% zerstört. 30 Häuser lagen in Schutt und Asche, kein Dach und keine Fenster war mehr ganz. In tiefen Bombentrichtern stecken Kadaver verendeter Pferde. Die Felder glichen einer Wüste. In jahrelanger Aufbauarbeit schaffte man mit notdürftigen Hilfsmitteln ein minimum an erträglichen Wohnverhältnissen. Eng und gedrängt wohnten die Leute jetzt in einem Bruchteil des ehemaligen Wohnraums, bis durch Reparaturen und Neubauten allmählich bessere Verhältnis geschaffen wurden. Die Kirche wurde unter Pfarrer Anton Werth wieder repariert und es mussten dafür 45.000 DM aufgenommen werden. 1950 waren die schlimmsten Schäden an der Kirche beseitigt. An der Alten Kirche wurden die schlimmsten Schäden mit Hilfe der Denkmalpflege von 1950 bis 1954 repariert. Anstelle des Gewölbedaches wurde eine flache Holzdecke eingezogen und das Dach und Turm mit Schiefer eingedeckt. Aus Trümmern, Schutt und Bauresten wurde mit großem Fleiß und meistens in Eigenleistung das Dorf wieder aufgebaut. Die vielen Toten des Krieges, Opfer des Bombenangriffs auf Düren und Stockheim und die vielen Gefallenen und Vermissten konnten nicht wieder zurückgeholt werden – sie bleiben ständige Mahnung eines sinnlosen Krieges!

21.09.1945
Die erste Gemeinderatssitzung nach dem Krieg

Am 21.09.1945 findet die erste Gemeinderatssitzung in Stockheim im Wohnhaus von Bürgermeister Peter Salentin nach dem Krieg statt. Anwesend waren Peter Salentin, Werner Broichmann, Wilhelm Schmitz, Josef Esser und Josef Hennes als Vertrauensmann

01.04.1946
Wiedereröffnung Poststelle

Zum 01.04.1946 wird u.a. die Postdienststelle Stockheim wiedereröffnet. Diese erhälte den Zusatz „über Düren“. Neben den Postdienstgeschäften werden auch Rentenbezüge ausgezahlt und Zeitungsbestellungen entgegengenommen.

01.05.1946
Schule nach dem Krieg in der Gaststätte Weidenhaupt

Der erste Unterricht nach dem Krieg begann in Stockheim erst wieder am 01.05.1946 und zwar in Schankraum der „Gaststätte Weidenhaupt“

01.05.1946
Erste Maifeier der Maigesellschaft Stockheim.

Im Jahr 1946 veranstaltet die Maigesellschaft ihr erstes Maifest mit dem Maikönigspaar Hubert Niessen und Katie Jörres. Sie wurde für damalige Verhältnisse groß gefeiert, mit riesigem Fest, Kutsche und Umzug im Dorf

01.08.1946
Schulunterricht wieder von der Gaststätte Weidenhaupt in die Schule verlegt

Von der Gaststätte Weidenhaupt wurde der Unterricht wieder in die provisorisch zurecht gemachten beiden Schulsäle des Schulgebäudes verlegt. Bis zum 01.09.1947 musste Fräulein Becker alle Kinder betreuen; dann wurde noch ein Lehrer eingesetzt und der Unterricht fand wieder in zwei Klassen statt. Als am 01.03.1948 der früherer Hauptlehrer Herr Cüppers seinen Dienst wieder aufnahm, konnte die dritte Klasse gebildet werden. Bei nur zwei Schulsälen war Wechselunterricht erforderlich. Erst nach der Währungsreform wurde am 01.11.1948 auch der bisher für den Gottesdienst genutzte Klassenraum frei. Die alte Schule an der Andreasstraße 30 wurde 1975 abgerissen.

23.08.1946
Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen

Durch die britische Militärregierung wird das Land Nordrhein-Westfalen gegründet und die Abgeordneten des Landtages von den Briten bestimmt.

02.09.1947
Lehrer Adolf Demel: Eine lange Karriere in der Volksschule

Lehrer Adolf Demel tritt seinen Dienst 1947 in der Volksschule Stockheim an. Er wird am 07.04.1966 zum Hauptlehrer ernannt und geht am 28.01.1982 in den Ruhestand. Er wird am 24.08.1920 in Maffersdorf / Sudetenland geboren und beginnt 1938 das Studium der Philosophie Uni Prag und setzte 1946 und 1947 Studium das an der Pädagogischen Akademie Aachen fort. Am 07.04.1966 wird er zum Hauptlehrer und Rektor ernannt. Am 22.01.1966 feiert er sein 25-jähriges Dienstjubiläum und am 01.09.1981 sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Am 28.01.1982 wird Rektor Demel durch den Schulamtsdirektor Kohnen aus dem Schuldienst verabschiedet.

1947
Die erste Kirmes nach dem Krieg im Saale Milz

Nach dem zweiten Weltkrieg findet in Stockheim die erste Kirmes nach dem Krieg im Saale Milz statt.

1948
Die Zeit des Wiederaufbaus und der Neuanfänge

In dieser Zeit fand wieder die erste Kirmes nach dem Krieg statt, die erste Kommunalwahl wurde durchgeführt, unter der Leitung von Pastor Werth wurde die Kirche wieder aufgebaut, die Währungsreform zur DM wurde umgesetzt und Lebensmittelkarten wurden ausgeteilt.

20.06.1948
Währungsreform: Die Deutsche Mark ersetzt die Reichsmark

Durch die Währungsreform wird die Reichsmark durch die Deutsche Mark im Verhältnis 1 : 10 ersetzt. Jede Person kann 60 Reichsmark in 40 DM tauschen.

23.05.1949
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland tritt in Kraft

Genau vier Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs verabschiedet der Parlamentarische Rat mit 53 zu 12 Stimmen das Grundgesetz. Der von September 1948 bis Juni 1949 in Bonn tagende Parlamentarische Rat hat das Grundgesetz im Auftrag der drei westlichen Besatzungsmächte ausgearbeitet und genehmigt. Es wurde von allen deutschen Landtagen in den drei Westzonen mit Ausnahme des bayerischen angenommen. Eine Volksabstimmung gab es mithin nicht.

1949
Der Wandel der Landwirtschaft in Stockheim

Durch die verhältnismäßig guten Böden waren 1949 noch 52 selbstständige landwirtschaftliche Betriebe mit 138 Beschäftigten im Ort und diese bewirtschafteten 735 ha. Bei einer Viehzählung am 22.05.1949 wurden 5 Pferde, 265 Stück Rindvieh, 227 Schweine und 5398 Hühner registriert. 1997 gab es nur noch 5 landwirtschaftliche Betriebe und 2 Nebenbetriebe. Nur 2 Bauern haben noch nennenswerte Viehbestand.

18.04.1950
Die Volksschule Stockheim: Eine Schule mit Platzmangel

In der Volksschule Stockheim mit 8 Klassen (1-2 Grundschule, 3-4 Mittelklasse und 5-8 Oberklassen) wurden 137 Kinder (66 Knaben, 71 Mädchen) in 2 Klassenräumen! unterrichtet

26.08.1950
Die Nissenhütte: Eine provisorische Halle für den Sport und die Feste

Einweihung der provisorischen Halle am Sportplatzgelände Am Torfberg. !949 erhielt der TSV von der Bezirksregierung Aachen eine „Nissenhütte“ (Wellblechhütte in Fertigteilbauweise mit halbrundem Dach) die in Monschau-Höven demontiert wurde und baute diese in ehrenamtlicher Arbeit auf. Die nicht schöne, aber zweckmäßige Halle wurde für den Vereinssport, den Schulsport und als Festhalle genutzt. 1956 wurde diese wieder abgerissen, da das Dach durchgerostet und damit undicht war. Zudem war das Holz durch die Kriegswirren beschädigt und die Konstruktion dadurch baufällig.

01.10.1952
Die Einwohnerzahl von Stockheim

Stockheim hat 824 Einwohner (393 männlich, 431 weiblich)

30.03.1952
Einführung der Straßennamen und Hausnummern als offizielle Adresse

Die Straßen erhalten amtliche Bezeichnungen mit Straßenschilder und neue Hausnummern, die nun als offizielle Adresse gelten. Die reine Nummerierung der Häuser wird abgelöst.

01.07.1952
Ein Kunstdenkmal aus Ruinen: Die Alte Kirche Stockheim

Die Alte Kirche Stockheim, die im Krieg sehr stark zerstört wurde, sodass sie nicht mehr genutzt werden konnte, wird als Kunstdenkmal wieder aufgebaut

01.04.1953
Alfons Johnen neuer Schulleiter in Stockheim:

Hauptlehrer Alfons Johnen übernimmt am 01.04.1953 von Wilhelm Cüppers die Schulleitung und gibt diese am 07.04.1966 an Adolf Demel weiter. Herr Johnen wurde am 13.04.1901 in Roetgen geboren und verstarb am 15.03.1988 in Stockheim. Herr Johnen hatte in seiner Schullaufbahn viele Stationen an denen er die Kinder lehrte: 01.01.1930-31.03.1930 Hilfslehrer Altdorf bei Jülich – 01.04.1930-31.03.1932 Hilfslehrer in Stockheim – 01.04.1932-30.09.1933 Hilfslehrer in Eicherscheidt – 01.10.1933-31.01.1941 Lehrer in Erkelenz-Katzem – 01.02.1941-01.09.1944 Hauptlehrer in Henri-Chapelle Eupen – 01.09.1944-15.08.1945 Evakuierung in Leer-Hatzum (Ostfriesland) – 15.08.1945-01.10.1948 Lehrer in Leer-Hatzum – 15.10.1947-31.03.1953 Lehrer in Geich/Obergeich und ab dem 01.04.1953 bis zum 06.04.1966 Hauptlehrer/Schulleiter in Stockheim.

18.07.1953
Einweihung des Lagergebäudes der Spar- und Darlehnskasse

Das Lagergebäude der Spar- und Darlehnskasse Stockheim (später Volksbank Stockheim / Rureifel / Euskirchen und danach Elektrofirma Eins und Duria Service) wird eingeweiht.

1953
Munitionsdepot der Belgischen Armee eingerichtet

Im Jahr 1953 wurde in der Nähe der Panzerstraße (heute am westlichen Rand vom Wohngebiet Lichtung Marieneiche) ein Munitionsdepot auf einem Areal von 130 Hektar errichtet und eingezäunt. 1990 räumte das belgische Militär das Munitionsdepot, was dann 2003 von der Fa. STRABAG zum Wohngebiet mit Platz für ca. 100 Häusern erschlossen wurde.

1954
Die Entwicklung des Sport- und Jugendheims des TSV 09 Stockheim

Im Jahr 1954 stellt der Fußballverband Mittelrhein dem TSV 09 aus Totogeldern 20.000 DM zur Verfügung um ein Sport- und Jugendheim zu errichten. Pfarrer Werth segnet 1954 bei der Einweihung das schmucke Gebäude. Mit großem ehrenamtlichem Engagement wird das Vereinsheim errichtet und dient seiner Funktion bis 2022. Dann wird das neue Vereinsheim eingeweiht. Zum 50- jährigen Jubiläum, 1959, wird der Ausbau des Sportplatzes mit Laufbahn und Sprunggrube in Angriff genommen. Die Einweihung erfolgte dann am 06.08.1960. Den Trainingsplatz sofort neben dem Heim wird 1968 in Eigenleistung errichtet. Besonderheit war hier eine Flutlichtanlage, die das Abendtraining ermöglichte.

04.06.1954
Grundsteinlegung und Bau der neuen Schule Im Kleinenfeld

Nachdem der Gemeinderat am 08.01.1953 den Beschluss gefasst hatte eine neue Schule zu bauen, erfolgt am 04.06.1954 der erste Spatenstich zum Neubau der Schule Im Kleinenfeld durch Bürgermeister Christian Weyermann. Die Bauarbeiten beginnen erst später, da ein Minenräumkommando das Gelände noch auf Bomben, Minen und Granaten erkunden muss. Am 29.08.1954 wurde in einer Feierstunde der Grundstein gelegt. Dieser wurde von Pfarrer Werth gesegnet und die offizielle Urkunde von Bürgermeister Christian Weyermann verlesen. Mit der Urkunde wurden aktuelle Tageszeitungen sowie Schreiben mit guten Wünschen der drei Unterrichtsstufen, die von Jedem Kind unterschrieben waren, in eine Schatulle gelegt und eingemauert. Zum Schluß der Feier zogen alle Kinder in einer langen Reihe am Grundstein vorbei um der neuen Schule mit den traditionsgemäßen 3 Hammerschlägen der neuen Schule Glück und Segen zu wünschen. Die Gesamtkosten der Schule betragen ca. 200.000 DM. Davon muss die Gemeinde Stockheim 1/3 als Eigenanteil tragen, den man durch den Verkauf eines bebauten Geländes an den Bund abdecken konnte. Der Restbetrag wird aus Landesmittel gezahlt. Die Schule wurde vom Dürener Architekt Bley entworfen und durch die Kreuzauer Baufirma Schirp gebaut. Am 06.11.1954 feierte man das Richtfest.

Wiedereröffnung Gaststätte „Zur Post“

Familie Weidenhaupt eröffnet im Mai 1954 wieder ihre Gaststätte und lädt zum Tanz in modernen Saale ein. Im Ausschank wird Dortmunder Hansa und Würzburger Hofbräu ausgeschenkt

05.05.1955
Straßenumbenennung: „Am Thing“ statt „Im Winkel“

Nach einem Beschluss des Gemeinderates wird die Straße „Im Winkel“ in „Am Thing“ umbenannt. Damit soll an die Thingstätte (Stätte an der zur Germanenzeit eine Volks- oder Gerichtsversammlung stattfand), die nachweislich in Stockheim war, erinnert werden.

04.12.1955
Einweihung der Schule „Im Kleinenfeld“ – nördlicher Sandsteinbau

Einweihung der Schule Im Kleinenfeld (nördlicher Teil in Bruchstein) Im Juni 1954 begann man mit dem abermals dringend notwendigen Baus einer neuen Schule für 217.000 DM. Sie wurde am 04.12.1955 eingeweiht. Die Klassen 1 und 2 bilden die Unterklasse, die Jahrgänge 3 bis 5 die Mittelklasse und die Oberklasse besteht aus den Schulklassen 6 bis 8. Nach mehrmaligem Umbau ist sie auch heute noch die Heimat unserer Grundschulkinder. 1966 wurde das 9. Schuljahr eingeführt, daraus resultierten zwei Kurzschuljahre. Die Volksschule wurde in Grund – und Hauptschule aufgeteilt.Die Kinder ab der 5. Klasse fahren jetzt mit dem Bus zu den weiterführenden Schulen nach Kreuzau.

1955
Der Neuanfang der Feuerwehr Stockheim nach dem Krieg

Neben der damaligen Schule an der Andreasstraße. Wurde ein kleines Feuerwehrgerätehaus errichtet und mit eine reparierten Gerätekarren bestückt. Zu dieser zeit begannen die Feuerwehrmänner wieder regelmäßig zu üben und nahmen permanent an der Ausbildung teil. Die Alarmierung in diesen Jahren erfolgte über eine Handsirene, die mit dem Fahrrad an zentrale Punkte gebracht wurde und dort betätigt wurde.

1955
Einwohnerzahl: 928 Einwohner

Stockheim hat 928 Einwohner

1955
Verlegung einer NATO-Pipeline von Antwerpen über Stepprath nach Wahn

Im Auftrag der NATO wird eine Pipeline von Antwerpen zum Flughafen nach Köln-Wahn gelegt. Diese Pipeline verlief den Niederauer Berg hoch durch den Wald an Stepprath vorbei über den Militärflughafen Nörvenich zum Flughafen Köln-Wahn.

1955
Erneuerung der Straßen in Stockheim

Nach den ganzen Zerstörungen der Straßen im Krieg erhalten die Gemeindestraßen in Stockheim eine neue Teerdecke

40-jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Anton Werth

Pfarrer Anton Werth feiert unter reger Beteiligung der Stockheimer Bevölkerung sein 40-jähriges Priesterjubiläum

1956
Gottfried Busch wird neuer Leiter der Löschgruppe Stockheim

Der Stockheimer Brandmeister Adolf Demel wird zum Amtsbrandmeister des Amtes Kreuzau gewählt und damit wurde ein Führungswechsel in Stockheim nötig. Gottfried Busch besuchte den Brandmeisterlehrgang in der Landesfeuerwehrschule in Münster und übernahm die Führung der Löschgruppe

01.04.1957
Römische Münze des Kaisers Constantin I. in Stockheim gefunden

Im Garten des Landwirts Ostrop auf dem Neuhof wird Anfang 1957 eine alte römische Münze des Kaisers Constantin I. (des Großen) ausgegraben. Vorderseite: CONSTANTINUS P.F. AVG. Pius Felix Augustus (Büste mit Lorbeerkranz und Feldherrenmantel, Blick nach rechts) Rückseite: SOLI INVICTOCOMITI „Dem Sonnengott, dem unbesiegtem Begleiter“ SOL stehend sind Strahlenkrone hält in der erhobenen Rechten einen Globus. Im Abschnitt: STR = kommt aus der Münzstätte Trier. Im Rheinischen Landesmuseum ist der Fund und der Ort eingetragen.

27.12.1957
Römisches Frauengrab mit reichen Beigaben bei Stockheim entdeckt

Zwischen Stockheim und Jakobwüllesheim in der Gemarkung Jakobwüllesheim wurde rechts vom Ellebach beim Pflügen das Grab einer reichen Römerin freigelegt. Auf der Jakobwüllesheimer Heide fand man am 27. Dezember 1957 das Grab einer reichen und angesehenen Römerin: in einem Steintrog, der sorgfältig behauen und mit einem Sandstein zugedeckt war, lagen 13 Glasfläschchen, ein Kamm, Knochenreste, Asche und drei Bronzemünzen von Faustina, der Gemahlin des römischen Kaisers Antonius
Pius und ein Schmuckgegenstand mit einem kleinen goldenen Griff. Auf einem Silberplättchen stand der Name NONITA eingraviert. Der Steinsarg steht jetzt in Düren am Museum, er wiegt etwa 60 Zentner.

01.12.1958
Pfarrer Anton Werth tritt in den Ruhestand: 1940-1958 Dienstzeit in Stockheim

Am 01.12.1958 trat der bisherige Pfarrer Anton Werth aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Pfarrer Werth war von 1940 bis 1958 Pfarrer in Stockheim.

26.04.1959
Pfarrer Franz Bonnen aus Rheindahlen wird 1959 zum neuen Pfarrer in Stockheim ernannt.

Pfarrer Franz Bonnen wurde am 19.06.1913 in Krefeld geboren. Nach dem Theologiestudium in Bonn und Aachen wurde er am 05.03.1939 in Aachen zum Priester geweiht. Nach einigen Stationen als Kaplan in Erkelenz und dem Wehrdienst als Sanitäter von 1939 bis 1947 ging er als Kaplan nach Mönchengladbach-Rheindahlen ehe er 1959 Pfarrer in Stockheim wird. Da das Pfarrhaus von Grund auf renoviert wurde konnte die feierliche Einführung erst am 26.04.1959 erfolgen. An der feierlichen Einführung nahmen Dechant Schmitz (Winden) Monsignore Otto Frings aus Erkelenz, Pfarrer Joppen aus Jakobwüllesheim. Die Grußworte an Pfarrer Bonnen wurden von Bürgermeister Christian Weyermann, Herrn Milz vom Kirchenvorstand gesprochen. Lehrer Demel hatte vor dem Kirchenportal einen prachtvollen bunten Blumenteppich gestaltet, in dem das Gleichnis vom guten Hirten dargestellt war. Pfarrer Bonnen verstarb am 24.03.1983 und ist auf dem Friedhof in Stockheim beerdigt. In seiner Wirkungszeit wurde die Pfarrkirche renoviert und mit einer Orgel ausgestattet sowie das Glockengeläut ergänzt. Besonders zu erwähnen ist, dass er sich für die Jugend und alten Menschen einsetzte, so wurde die unter Denkmalschutz gestellte Alte Kirche zu einem Jugend- und Pfarrheim umgebaut, er begleitete die Frauen- und Müttergemeinschaft in der Altenstube und der erste kath. Kindergarten wurde in Stockheim gebaut. Die Musik machte Pfarrer Bonnen besonders viele Freude, so spielte er ein Instrument, unterstützte den Kirchenchor und war Regionalpräses der Kirchenchöre.

29.06.1959
Geburt von Elke Broichmann: Stockheim zählt nun 1.000 Bewohner

Als 1.000 Bewohner von Stockheim wurde Elke Broichmann (wohnhaft im Hause des Elektrikers Otten am Transformatorenhäuschen Auf der Heide) geboren. Als Geschenk der Gemeinde gab es 100 DM.

1959
Erstes Tanklöschfahrzeug in Stockheim: 35 Einsätze im ersten Jahr

Die Löschgruppe Stockheim erhält aus den Beständen der Bundesluftschutzreservere das erste motorisierte Tanklöschfahrzeug TLF 800 mit 800 Litern Wassertank. Das TLF tat gute Dienste und kam sofort im ersten Jahr bei 35 Einsätzen zum Einsatz. 1963 erhielt die Löschgruppe das gebrauchte TLF 15 mit einem Tankvolumen von 2.400 Liter von der Wehr aus Kreuzau.

1959
Im Frühjahr 1959 wird die Müllabfuhr eingeführt.

Im Frühjahr 1959 wird die Müllabfuhr in Stockheim eingeführt. Bis dahin bestand eine kleine Mülldeponie am Ende des Rheindahlener Weg zur Panzerstaße, dort wo heute die Sitzbankgruppen stehen.

50 Jahre TSV Stockheim 09

Der TSV Stockheim 09 feiert sein 50-jähriges Bestehen. Der Verein hat zu diesem Zeitpunkt 120 Mitglieder.

1960
Restaurierung des Ehrenmals „An der Tränke“

Das Ehrenmal „An der Tränke“ wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und 1960 durch den Dürener Steinmetz Johann Baguette restauriert. Die von Einschüssen beschädigte Oberfläche des Obelisken wurde mit weißem Muschelkalkstein verkleidet, auf der die Namen der 105 Kriegstoten beider Weltkriege eingemeißelt wurden. An Stelle des Adlers wurde ein Eisernes Kreuz angebracht.

Weitere Informationen unter:
http://www.ehrenmale-kreis-dueren.de/Kreuzau%20-%20Stockheim.htm

25.06.1960
4000 Jahre alte Pflugschar von Stockheimer Schüler entdeckt

Der 13-jährige Stockheimer Schüler Ernst Salentin fand in einem Rübenfeld eine 4.000 Jahre alte „Pflugschar“ auf der Stockheimer Gemarkung „Auf der Schall“ in der Nähe von Stepprath, nördlich des Ellebaches.

20.09.1960
Die Straße „Am Torfberg“ wird für 80.000 DM fertiggestellt.

Die Straße „Am Torfberg“ wird für 80.000 DM fertiggestellt.

1961
Sakrale Ausstattung der Alten Kirche,wird an die Pfarrgemeinde St. Mauritius in Weilerswist, im Erzbistum Köln, verkauft.

Die Altäre und die barocke Einrichtung haben im Krieg große Schäden davon getragen. Viele Teile waren nicht mehr vollständig.Ende März 1945 als die ersten Stockheimer aus der Evakuierung zurück kamen, haben dann diese die sakrale Ausstattung provisorisch gesichert. Der Barockaltar befand sich noch von 1945 bis 1952 unter einem provisorischen Regenschutz in der alten Kirche. Danach sind die Altäre beim Bauernhof Milz und die Kommunionbank beim Bauernhof Ostrop gelagert worden. Stockheimer Landwirte haben dann die alter Kirche entschuttet. Die barocken Ausstattungsstücke aus der alten Pfarrkirche waren für den eigenen Bedarf nicht mehr nutzbar und die Restaurierungskosten wären viel zu hoch. Es wurde beschlossen, diese an sich wertvollen Stücke, 3 Barockaltäre (Mittel und 2 Seitenaltäre), 1 Kanzel, 1 Kommunionbank und 1 komplette Brüstung der Orgelbühne zu verkaufen.Die Erzdiözese Köln sucht für die Barockkirche in Weilerswist alte Altäre und die Pfarrgemeinde Weilerswist hat 1.500 Euro dafür angeboten. Dieses Angebot wurde angenommen und in den Fonds für den Wiederaufbau eingezahlt. Das erworbene Geld wurde für den Wiederaufbau der heutigen alten Kirche als Jugendheim verwendet. Laut Aussage einer Person aus Weilerswist stehen derzeit (Stand 2016) in der Kirche St. Mauritius nur die Seitenaltäre und der Hauptaltar aus der Stockheimer Kirche. Bei der Kommunionbank könnten evt. nur Teilstücke aus der Stockheimer Kirche stammen. Wo die Kanzel und die Orgelbühne geblieben sind ist unbekannt.

19.03.1961
CDU gewinnt Gemeinderatswahl, Heinrich Ostrop wird Bürgermeister

Bei der Gemeinderatswahl ist die CDU stärkste Partei und Heinrich Ostrop wird zum Bürgermeister gewählt nachdem Christian Weyermann nicht mehr zur Wahl stand.

01.12.1961
Adolf Demel wird Kreisbrandmeister von Düren

Am 01.12.1961 wurde der frühere Brandmeister von Stockheim und zu diesem Zeitpunkt Amtsbrandmeister des Amtes Kreuzau, Adolf Demel, zum Kreisbrandmeister des Kreises Düren gewählt. Der Kreisbrandmeister gehört zum Beraterstab des Oberkreisdirektors für Fragen des Katastrophen- und Zivilschutzes. Nach 22-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes wurde H. Demel im November 1983 in den Ruhestand verabschiedet und sein Nachfolger, Pierre Collinet, ins Amt berufen.

1961
Musikzug bei Freiwilliger Feuerwehr um Fanfarenkorp ergänzt

Die Freiwillige Feuerwehr Stockheim wird um einen Fanfarenkorps erweitert, der die Feiern im Ort begleiten und bereichern soll. Rudolf Demel hat 18 Schüler ausgebildet, die den Fanfarenzug bildeten und die Feste im Ort musikalisch aufwerteten. 1962 wurde die Gruppe unter der Leitung von Rudolf Salentin um einen Trommel- und Pfeiferkorps ergänzt. Ab diesem Zeitpunkt traten die beiden Gruppen gemeinsam als Musikzug der Feuerwehr Stockheim auf.

1961
Rolladenfabrik „Helge“ und Fa. Hammanns siedeln sich am Buchenmaar an.

Die Rolladenfabrik „Helge“ nimmt am Buchenmaar die Produktion auf und die Fa. Hammanns siedelt sich am Buchenmaar an.

03.04.1962
Lehrerin Fräulein Becker geht in Ruhestand

Nach 45 Jahren im Schuldienst, wovon sie alleine 30 Jahre in Stockheim tätig war, wird Fräulein Katharina Becker (Lehrerinnen durften in dieser Zeit nicht verheiratet sein) verabschiedet. Im Saal Weidenhaupt (später „Gaststätte Zur Post“ findet die Abschiedsfeier statt und Hauptlehrer Johnen, Pfarrer Bonnen, Bürgermeister Ostrop und Karl-Heinz Hennes für die Elternpflegschaft verabschieden Frl. Becker. Als Nachfolgerin wird die Lehrerin Luise Dohmes aus Jakobwüllesheim nach Stockheim berufen.

1962
Stockheim plant Schulerweiterung, neues Feuerwehrhaus, Straßenbeleuchtung und Kläranlage.

In Stockheim werden in der Gemeinderatssitzung viele Bauvorhaben auf den Weg gebracht. Der Erweiterungsbau der Schule an der heutigen Andreasstr. für 330.000 DM wird entschieden, Den Eigenanteil von 100.000 DM bringt die Gemeinde durch Grundstücksverkäufe auf. Es wird ein Feuerwehrgerätehaus im Bereich an der Alten Gasse Marienstraße für 38.000 DM genehmigt. Das Baugebiet Drover Weg (heute Raiffeisenstr) wird in Kürze genehmigt und dort eine neue Straßenbeleuchtung installiert. An den Straßen Auf der Heide, Am Thing und der damaligen Hauptstr. wird ein Kanalnetz errichtet. Die Kläranlage an der heutigen B56 am Kesselgraben wird für 160.000 DM gebaut. Der Bubenheimer Weg mit Erneuerung der Ellbachbrücke wird für 20.000 DM erneuert und der Wirtschaftsweg am Schäfersgraben wird für 23.000 DM gebaut.Zudem soll die Kreuzigungsgruppe renoviert werden und der Bereich für die kommenden Siedlungshäuser in der Nähe der Straße am Thing wird „Am Vikariegarten“ nach einer alten Flurbezeichnung heißen. Stockheim war in einem starkem Auf- und Umbruch!

1962
Hauptlehrer W. Cüppers erhält Bundesverdienstkreuz für Naturschutzleistungen.

Hauptlehrer Wilhelm Cüppers erhält für seine Verdienste über 32 Jahre im Naturschutz und der Landschaftspflege das Bundesverdienstkreuz am Bande.

06.09.1962
Die Alte Kirche wird umgebaut und dient nun als Gemeinschaftsraum.

Die Alte Kirche in Stockheim wird bis 1963 (Einweihung 27.10.1963) umgebaut damit sie zur Nutzung als Jugendraum dienen kann. Für die Schützen wird eine Schießanlage installiert, und der Kirchenchor bekommt einen Probenraum zur Verfügung gestellt. Ebenso wird dort auch der örtliche Malteser Hilfsdienst beheimatet sein. Der Um- und Ausbau kostet 60.000 DM. Vo Mitgliedern des Kirchenvorstandes, der Feuerwehr, den Schützen und den Jugendgruppen werden erhebliche Eigenleistung im Wert von knapp 18.000 DM erbracht.

1963
1963 wurde die Leichenhalle am neuen Friedhof fertiggestellt.

Im Laufe des Jahres 1963 wurde die Leichenhalle am neuen Friedhof östlicher der Bundesstraße fertiggestellt.

1963
Die Errichtung der Kreisbrandschutzzentrale und des Bauhofs

Der Kreis Düren errichtet an der Marienstraße eine Kreisbrandschutzzentrale und einen Bauhof.

08.03.1964
Das silberne Priesterjubiläum von Pfarrer Bonnen

Pfarrer Franz Bonnen feiert im neu gestalteten Pfarrheim in der Alten Kirche sein 25-jähriges Priesterjubiläum

09.09.1964
Die Einweihung der Schule Im Kleinenfeld

Im April 1963 wird mit den Arbeiten für den Erweiterungsbau der Schule Im Kleinenfeld begonnen und am 09.09.1964 war die Einweihungsfeier und die zusätzlichen Räume konnten bezogen werden. Der Erweiterungsbau kostete 345.000 DM. Im Kurzschuljahr von Dezember 1966 bis Juli 1967 musste das 9.Schuljahr nach Niederau fahren. Mit dem 7.9.1967 wurde Stockheim mit einem eigenen 9. Schuljahr sechsklassig. Ab 2.9.1968 musste das 9. Schuljahr die Hauptschule Kreuzau besuchen und die Schule wurde dadurch fünfklassig. Am 1.8.1971 wurde die Katholische Volksschule zu einer katholischen Grundschule mit vier Klassen der 1. bis 4. Jahrgänge; die Schüler der 5. bis 9.Jahrgänge fuhren nun nach Kreuzau. Wenn auch die Schülerzahlen von 150 im Jahre 1975 allmählich auf 71 im Jahre 1985 zurückgingen, blieb die vierklassige Grundschule Stockheim vorläufig erhalten. Die Schülerzahl hat sich zu Beginn des Schuljahres 1987/88 auf 66 verringert, die weiter in vier Klassen unterrichtet werden.

1964
Die Industrialisierung von Stockheim durch die Faltschachtelfabrik Hammans

Die Faltschachtelfabrik Ernst Hammans nimmt die Produktion auf und bietet vielen Stockeimern eine ortsnahen Arbeitsplatz. Durch die beiden Fabriken Helge und Hamanns wird Stockheim immer mehr zum Industrieort und lässt das Bauerndorf hinter sich. Nach vielen Jahren als sehr gutes mittelständisches Unternehmen mit Gewinn und für Stockheim und die Gemeinde Kreuzau vielen Arbeitsplätzen, ist die Firma Hammans immer wieder in größere Konzernstrukturen wie Multo-Solution Packeging, Westrock und Ende 2024 mit der Übernahmen von Smurfit kappa in die Smurfit Westrock übergegangen. Die Arbeitsplätze fallen zu einem Großteil in Stockheim weg und wie das Gebäude weiter genutzt wird ist Anfang 2025 nicht bekannt. Für Stockheim eine sehr traurige Entwicklung!

Weitere Informationen zur Firmengeschichte finden Sie bei Wikipedia:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wienstroth&Hammans?fbclid=IwY2xjawIziEVleHRuA2FlbQIxMQABHdtzchWo9GPpvaL62FbJ6RcebLbcynasdpzk9msCQ7dPhLTF7wn3ZlzCUw_aem_nuMzFkszfMiw6BpLBZJKPQ&sfnsn=scwspwa

15.03.1965
Ansiedlung des Kreis-Bauhof an der Panzerstraße

Auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Panzerstraße wird mit dem Bau des Kreis-Bauhofs begonnen. Dort war bis 2023 der Kreisbauhof beheimatet und musste dann einem Seminarhotel für die Fort- und Weiterbildung der Feuerwehr weichen. Auf dem gelände des Feuerschutztechnischen Zentrum entstehen Schulungsräume und Unterkünfte mit Blick auf die Entwicklung zum Bau des Institut der Feuerwehr IdF.Weitere

06.04.1966
Abschied von Hauptlehrer Johnen

Hauptlehrer Alfons Johnen tritt in den Ruhestand und wird bei einer Feier im Saale Weidenhaupt würdig verabschiedet

07.04.1966
Die Ernennung und Dienstjubiläum von Hauptlehrer Demel

Adolf Demel wird nach 19 Jahren als Lehrer der Volksschule Stockheim zum Hauptlehrer ernannt und mit der Leitung der Schule beauftragt. Am 22.01.1966 feiert Herr Demel sein 25-jähriges Dienstjubiläum.

15.12.1966
In NRW wird an den Volksschulen das 9. Schuljahr eingeführt

Im Dezember 1966 wurde in der Volksschule das 9. Schuljahr eingeführt. Mit Beginn des Schuljahres 1968/69 kam ein neues Schulgesetz, nachdem die 1. – 4. Jahrgänge als Grundschule und die 5. – 9. Jahrgänge als Hauptschule geführt werden sollen. Am 07.07.69 verlangte das Schulgesetz verpflichtend Grund- und Hauptschulen, so dass ab August 1969 alle Kinder der Klasse 5 bis 9 der Volksschulen in der Hauptschule zusammengefasst wurden.

1967
Stockheim hat 1366 Einwohner

Stockheim hat 1366 Einwohner

Die Einweihung des Kath. Kindergartens an der Kreuzauer Straße

Im Jahr 1963 bemerkte Pfarrer Bonnen, dass die Kinderzahl in Stockheim sehr stark angewachsen war, sodass man beschloss einen Kindergarten im zu bauen. Die reinen Baukosten waren mit 166.000 DM veranschlagt. Die Pfarrgemeinde stellt das Grundstück für 24.000 DM zur Verfügung. Des Weiteren zahlte der Landschaftsverband 83.000 DM, die Kreisverwaltung 25.000 DM, von der der Gemeinde Stockheim wurden 28.000 DM übernommen, das Bistum Aachen steuert 20.000 DM zu und 10.000 DM wurden in Eigenleistung erbracht. Nach ettlichen Verzögerungen konnte dann am 09.07.1995 mit dem Bau des neuen Kindergartens begonnen werden. Der Architekt Herr Dipl. Ing. J. Viethen aus Erkelenz plante und begleitete den Bau. Die Einrichtung ergänzte die Erziehung in der Familie und eröffnete den Kindern erweiterte und umfassendere Erfahrungs-, und Bildungsmöglichkeiten über das familiäre Umfeld hinaus. Am 08.01.1967 wurde der Kath. Kindergarten an der Kreuzauer Straße mit 2 Gruppen mit einer Feierstunde eingeweiht. Die erste Leiterin war Frau Maria Heuer unterstützt von der Gruppenleiterin Frau Gerda Nießen und 2 Kindergartenhelferinnen Frau Gisela Salentin und Frau Anita Siebert. Auch in den 1960 Jahren kam es vor, dass Bauvorhaben teurer wurden als gepIant. Ein Fehlbetrag von 17.000 DM wurde festgestellt, der durch Gesuche an den Kreis, der Gemeinde und dem Bistum Aachen bis Ende 1967 beglichen werden konnte. In den Jahren 1982, 2012, 2021 und 2025 wurde der Kindergarten weitere Gruppen und Mehrzweckräume ergänzt.

10.11.1967
Der Wandel des Martinsumzugs

Über Jahrzehnte ist beim Martinsumzug der heilige St. Martin auf einem Pferd durch den Ort geritten, das durch die Bauern des Ortes gestellt wurde.1967 ist das letzte Pferd im Ort bei Bauer Werner Broichmann verstorben, so dass St. Martin in einem offenen VW Käfer Cabrio durch das Dorf gefahren wurde. Für viele war das ein heftiger Bruch mit der Tradition. Später wurden dann wieder Pferde für St. Martin besorgt, die dann aber im Wesentlichen aus dem Bereich des Sportreitens gestellt wurden.

14.02.1968
Der 80. Geburtstag und die Ehrung von Hauptlehrer Cüppers

Hauptlehrer Wilhelm Cüppers ist seit 15 Jahren im Ruhestand und vollendet sein 80. Lebensjahr. Seit 1951 ist er ehrenamtlich als Naturschutzbeauftragter tätig und ein außerordentlich guter Kenner der Eifelflora, wofür er im Mai 1962 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

15.03.1968
Es werden in NRW Grund- und Hauptschulen gebildet

Aufgrund des Gesetzes zur Neuordnung des Volksschulwesens in NRW werden Grund- und Hauptschulen gebildet. Die Grundschule als Bekenntnisschule für die Klassen 1 bis 4 und die Hauptschule als Gemeinschaftsschule für die Klassen 5 bis 9. Am 09.08.1968 nehmen 384 Schüler an der neu errichteten Hauptschule den Unterricht auf. Darunter auch der 9. Jahrgang der Volksschule Stockheim. Am 30.06.1969 kommen dann auch die Schüler der Klassen 5 bis 8 aus Stockheim zur Hauptschule nach Kreuzau.

17.10.1968
Flächengrößen des Amtes Kreuzau festgestellt

Mit 1.029,30 ha ist Stockheim die flächenmäßig größte Ortschaft im Amt Kreuzau. Danach folgen Boich/Leversbach mit 688 ha und Kreuzau mit 515 ha.

22.06.1969
Einweihung und Segnung der neuen Andreas Glocke

Während des Sonntagsgottesdienstes wurde durch Pfarrer Bonnen die neue „Andreas Glocke“ eingeweiht. Sie ist 550 kg schwer und hat den Orchesterton „gis“. Sie trägt die Inschrift „Pax fausta et concordia“ was übersetzt heißt: Glücklicher Friede und innige Eintracht. Im ersten Weltkrieg wurde die alte Andreasglocke von 1828, die 540 kg schwer war, konfisziert und eingeschmolzen. Diese neue Glocke füllt nun wieder den alten Platz aus und macht das Geläut wieder komplett. Die Kosten belaufen sich auf ca. 10.000 DM und sie wurde in der Glockengießerei Johannes Mark in Brockscheid bei Daun in Bronze gegossen. Die größte der 3 Glocken stammt aus dem Jahre 1753 und ist der Muttergottes und dem heiligen Donatus geweiht – sie ist 750 kg schwer und auf den Ton fis gestimmt. Die kleinste Glocke ist auch die älteste Glocke von 1626, sie wiegt 350 kg und ist auf den Ton „b“ ais gestimmt. Zeitgleich wurde auch der schadhafte Glockenstuhl für 2.400 DM repariert.

02.07.1969
Die Teilnahme Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“

Stockheim nimmt am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil und eine Kommission besucht die Stockheim. In der Schule wird die Kommission mit Liedern, Gedichten, Blumen und Getränken empfangen. Laut Aussage des Hauptlehrers Demel zeigten sich die Herren(!) beeindruckt und zufrieden. Am 01.09.1969 war der zweite Termin an dem die Kommission mit 4 Personen die Vorgärten im Ort bewerteten. Dabei wurden 134 Vorgärten bewertet wobei über 30 Vorgärten in der besten Bewertungsstufe mit 40-50 Punkten ausgezeichnet wurden. Gerade die Gärten im südlichen Bereich von Stockheim, dort wo viele Häuser neu gebaut wurden, wurde eine hohe Bewertung abgegeben und man hofft auf zahlreiche Nachahmer.

1969
In Stockheim werden Telefonleitungen verlegt.

In Stockheim werden Telefonleitungen verlegt.

01.10.1969
Die rasante Entwicklung von Stockheim in den 1960er Jahren

Im Zeitraum von 1959 bis 1969 hat sich die Einwohnerzahl in Stockheim von 969 auf 1403 Einwohner erhöht und steht damit im Kreis Düren an der Spitze der relativen Entwicklung. Gleichzeitig entstanden im Ort ca. 100 Wohnungen, viele kommunale Bauten wurde neu errichtet und es wurden neue Industriebetrieb angesiedelt, die ortsnahe Arbeitsplätze bieten. Im Ort wurden 6 km Straßen für 900.000 DM gebaut, es wurden 1.600 m Bürgersteige mit Grünanlagen angelegt, für die Verlegung von 4 km Schmutz- und Regenwasserkanal wurden 700.000 DM ausgegeben und es wurden 4 km Wasserleitungen neu verlegt. Weiterhin wurde ein Kindergarten gebaut, die Schule wurde erweitert und ein Fußball-Trainingsplatz errichtet.

09.11.1969
Die Kommunalwahl in Stockheim nach der Neugliederung

Nach der kommunalen Neugliederung gehört Stockheim jetzt zur Großgemeinde Kreuzau und ist für die erste Kommunalwahl in 2 Wahlbezirke aufgeteilt. Die beiden Wahlbezirke konnten die CDU-Kandidaten, Heinrich Ostrop und Willy Milz, mit Direktmandaten für sich entscheiden. Neben der CDU beteiligten sich noch die SPD, die FDP und die „Freie Wählervereinigung“. Über die Reserveliste kamen noch die Herren Rißbacher und Dauvermann (SPD) sowie Herr Hennes (FWV) in den Amtsrat.

01.08.1971
Die Umwandlung der Volksschule Stockheim in eine Katholische Grundschule

Die Volksschule Stockheim mit 8 Klassen ist ab dem 01.08.1971 eine Katholische Grundschule mit 4 Klassen und 3 Lehrkräften. An der Schule tätig sind Hauptlehrer Demel, Frau Ostrop und Frau Olbrich. Ab dem 18.09.1972 kommt Frau Margret Kremer als Lehrerin dazu. Die Schule ist also wesentlich kleiner geworden, da die Schüler ab der 5. Klasse auf die weiterführenden Schule gehen. Das ist zum Großteil die Hauptschule in Kreuzau.

01.01.1972
Die kommunale Neugliederung und ihre Folgen für Stockheim

Am 01.01.1972 ist die kommunale Neugliederung umgesetzt. Stockheim gehört zur Großgemeinde Kreuzau und der Regierungsbezirk Aachen wird aufgelöst und Stockheim gehört fortan zum Regierungsbezirk Köln. Im Zuge der kommunalen Neugliederung schlossen sich zum 01.07.1969 die Gemeinden mit Wirkung zum 01.01.1972 zur GEMEINDE KREUZAU freiwillig zusammen. Stockheim ist damit Ortsteil der Gemeinde Kreuzau. Im Düren-Jülicher Land gab es 129 selbstständige Städte und Gemeinde. Nach der kommunalen Neugliederung zum 01.01.1972 gabe es noch 15 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Der bisherige Bürgermeister , Heinrich Ostrop, wird nun Ortsvorsteher. Es gibt fortan nur einen Gemeinderat für alle Ortschaften.

12.02.1972
Der Tod und die Würdigung von Hauptlehrer Wilhelm Cüppers

Hauptlehrer Wilhelm Cüppers ist am 12.02.1972 im Alter von 84 Jahren verstorben (geboren am 14.02.1888) und die Beerdigungsfeier findet am 15.02.1972 in Stockheim statt. Herr Wilhelm Cüppers war von 1951 bis 1971 Beauftragter des Kreises Düren für Naturschutz und Landschaftspflege. Wegen seiner Verdienste für die wissenschaftlichen Arbeiten über die Eifelflora wurde er im Mai 1962 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

1972
TSV gründet Leichtathletik-Abteilung

Unter dem TSV 09 bildet sich unter Leitung von Heinz Stawicki die erste Leichtathletik-Gruppe

21.09.1972
Die Altenstube wird eröffnet

Die 1972 gegründete Altenstube wird zukünftig im ehemaligen Werkraum im Keller des Altbaus in der Grundschule nun den Treffpunkt haben. Die Altenstube wird von Frau Koch und Frau Theunissen geleitet wird. Die Helferinnen zur Gestaltung der Altenstube kommen aus der von Frau Elisabeth Johnen geleiteten Frauen- und Müttergemeinschaft des Ortes. Pfarrer Bonnen und Bürgermeister Zens haben sich um die Errichtung der Altenstube verdient gemacht. Rund 70 ältere Männer und Frauen sind zum ersten Treff erschienen und liefen es sich bei Kaffee, Kuchen und musikalischen Darbietungen gut ergehen.

1973
Die Gründung der KG „Decke Boom“

Gründung der KG „Decke Boom“ Stockheim. Gründungsmitglieder waren Hermann-Josef Bringmann, Anni Claßen, Karl-Josef Dauvermann, Peter Esser, Hans Hensch, Werner Ramacher, Mathias Refisch, Hermann-Josef Salentin und Margarethe Schmitz. Kurze Zeit später kamen Christian Nagelschmitz, Hans Müller, Johann Rudolph, Arnold Schiffer und Johann Schmitz dazu. Mathias Refisch wird als erster Vorsitzender von 1973 bis 1986 gewählt. Das Motto der KG lautet: Mir don jät für den Kenge! 1974 findet der erste Karnevalsumzug in Stockheim statt und die KG hat 61 Mitglieder. Weitere Vorsitzende sind: Manfred Rudolph (1986-2005), Jochen Meuthen (2005-2011), Markus Krämer (31.3.2011 bis aktuell 2026). Im Jahr 2016 werden Manfred Rudolph zum Ehrenvorsitzenden und Jochen Meuthen zum Ehrenpräsidenten ernannt!

1975
Erste Karnevalssitzungen in Stockheim

Im Saal der Gaststätte „Zur Post“ findet die erste Karnevalssitzung statt. Sitzungspräsident ist Adolf Demel, der dieses Amt bis 1984
ausübt. In den ersten Jahren fanden immer 2 Karnevalssitzungen im Saal statt. Den ersten Elferrat stellten Mathias Refisch, Adolf Demel, Heinrich Ostrop, Hermann-Josef Bringmann, Hans Müller und Arnold Schifffer.
Weitere Sitzungspräsidenten sind: Franz Tönnes (1984-1992), Jochen Meuthen (1992-2005), Ralf Rudolph (2005-2011), Timo Schmitz/Christoph Schröder (2014 bis heute 2023). Ab 1982 finden die Galasitzungen in der Turnhalle statt. Ab diesem Zeitpunkt gibt es nur eine Sitzung. 1976 wird Ralf Rudolph erster Kinderprinz der KG „Decke Boom“ in Stockheim und 1983 findet die erste Kindersitzung in der Turnhalle statt. In der Zeit von 1983 bis 1995 bilden Christian Radde, Markus Krämer und Lothar Gierling die Jugend Präsidenten. Von 1995 bis 2006 waren das Jörg Günther und Christoph Schröder und von 2007 bis 2017 waren es Christoph Schröder, Daniela Ink, Martina Bühl und Timo Wolf.

1976
Gründung der erste Damenfußballmannschaft des TSV

Der TSV 09 hat sich in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich zu einem Fußballverein entwickelt, der auch im Breitensport anbietet. 1976 gründet sich die erste Damenfußballmannschaft in Stockheim.

16.06.1976
Die Erweiterung der Kreisbrandschutzzentrale um eine Kreisleitstelle

Die in Stockheim an der Marienstraße ansässige Kreisbrandschutzzentrale bestehend aus Werkstätten, Garagen und dem hohen Schlauchtrockenturm wird um eine Kreisleitstelle erweitert. In dieser sollen alle Notrufe über die „112“ aus dem Kreis Düren zentral auflaufen und dort Tag und Nacht die Einsätze von Feuerwehr und den Rettungsdiensten koordiniert werden. Der neue Leitrechner, der mit den Bildschirmarbeitsplätzen für fast eine halbe Million DM angeschafft wird, soll dann die Alarmierung der betroffenen Einheit per Funk vornehmen.

17.06.1976
Erste Schützenköniginnen von Stockheim: Eine Erfolgsgeschichte der Frauen

Nachdem der Schützenband den Eintritt von Frauen in der Bruderschaft ermöglichte nahm die Versammlung die ersten Frauen in die Bruderschaft auf. Durch die Aufnahme der Schützenschwestern erfuhr die Bruderschaft ein lebhaften Aufschwung und es folgten 8 Königinnen in Folge, was nicht nur in unserer Bruderschaft eine Besonderheit war sondern im gesamten Schützenwesen. Die Königinnen in Folge waren – Resi Salentin 1978/79, Inge Kraus 1979/80, Karin Tönnes 1981/81, Ludy Busch 1981/82, Eva Pochanke 1982/83, Gisela Bühl 1983/84, Gerda Lüttgen 1984/85 und Sibille Adriany 1985/86. In dieser Zeit erfolgte auch der Eintrag ins Vereinsregister und die Bruderschaft erhielt den Zusatz e.V.

29.05.1978
Das 50-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Stockheim feiert an diesem Wochenende sein 50-jähriges Gründungsfest. !928 war die Feuerwehr nach einem großen Brand bei Schiffer gegründet worden. Am Freitag den 26.05. fand im Saal Kraus der Festkommers statt. Samstag ist mit der befreundeten Wehr aus Kals in Österreich eine Ausflug sowie abends ein Kameradschaftsabend. Der Sonntag startet mit einem Gottesdienst, der Totenehrung sowie am Nachmittag mit einem riesigen Festumzug mit mehr als 1.400 Teilnehmern. Die Feuerwehr in Stockheim ist aktiver Teil der Dorfgemeinschaft und erfreut sich hoher Anerkennung und Respekt für ihren ehrenamtlichen Einsatz zum Schutz der Bevölkerung. In der Feuerwehr gibt es eine sehr gute Jugendarbeit, einen Fanfarenzug sowie einen Spielmannszug

1978
Der Verkauf der alten Schule und der Bau der Kreissparkasse

Die ehemalige Schule mit Spritzenhaus an der Andreasstraße. wird verkauft und die Kreissparkasse Düren baut dort in Form von Containern eine Filiale auf. 1994 wird an gleicher Stelle ein Neubau errichtet und erhält im Erdgeschoss den Schalterbereich und im 1.OG eine Zahnarztpraxis. Der ehemalige Container wird als Vereinsraum an den TSV weitergegeben.

01.03.1979
Tennisabteilung des TSV: Von einem Hartplatz zu 2 Ascheplätzen

Als Abteilung des TSV Stockheim 09 wird 1979 der Tennisclub gegründet. Zu Beginn besteht nur die Möglichkeit auf einem Hartplatz Tennis zu spielen. Die Erweiterung um 2 Ascheplätze wird aber sofort angegangen, so dass in Kürze auch die beiden Plätze und eine Ballwand errichtet werden.

10.03.1979
40 Jahre im Dienst Gottes: Pfarrer Bonnen wird gefeiert

Pfarrer Franz Bonnen feiert sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Den ganzen Tag überbringen Schule, Feuerwehr, Ortsvereine, Politik und Bürger ihre Aufwartung. Ein Empfang im Pfarrheim am 11.03.1979 beendet die Feierlichkeiten. Am 26.04.1979 – also vor 20 Jahren – ist Pfarrer Bonnen in Stockheim als Pfarrer eingeführt worden.

14.06.1979
Der TSV 09 steigt in die Kreisliga A auf: Ein spannender Sieg gegen Binsfeld

Nachdem die 1. Manschaft des TSV 09 mit nur einer Niederlage in der gesamten Saison punktgleich an der Tabellenspitze stand, war ein Entscheidungsspiel nötig. Gegen Binsfeld konnte sich der TSV mit einem 3:2 Sieg in der Verlängerung durchsetzen und ist damit in die Kreisliga A aufgestiegen. Das Spiel wurde von Bundesligaschiedsrichter Walter Eschweiler auf der Sportanlage in Vettweiß ausgetragen.

11.08.1979
Neue Sporthalle zum 70. des TSV: Ein Jahr voller Meilensteine

Nach knapp einjähriger Bauzeit wird die neuen Sporthalle Im Kleinenfeld am 11.08.1979 eingeweiht. Pünktlich zum 70. Gründungsgeburtstag des TSV wird der Festkommers vom Vorsitzendem Josef Schröder eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt hat der Verein ca. 400 Mitglieder, die sich in 2 Seniorenmannschaften, 1 AH-Fußballmannschaft, 6 Jugendmannschaften und 4 Damen-Turngruppen aufgliedern. In diesem Jahr gründet sich die Kinderturngruppe unter Angelika Fenger, die Tischtennisabteilung unter Wolfgang Weichert und die Tennisabteilung unter Adolf Demel. Die Tischtennisabteilung löst sich 1993 auf Grund von fehlenden Spielern auf.

07.05.1980
Adolf Demel: Ein Stockheimer Feuerwehrmann erhält das Bundesverdienstkreuz

Herr Adolf Demel erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande aus den Händen von Landrat Johannes Kaptain. Dies als Würdigung seiner vielfältigen Tätigkeiten in der Feuerwehr. So war er zu diesem Zeitpunkt bereits 27 Jahre in der Leitung der Feuerwehr, seit 1945 gehörte er der Freiwilligen Feuerwehr an und initiierte mit den Kameraden in Stockheim die Wiederbegründung der Wehr in Stockheim. Seit 1961 ist Herr Demel ununterbrochen Kreisbrandmeister und leitet seit diesem Zeitpunkt auch den Kreisfeuerwehrverband.

01.09.1980
Eröffnung der zwei neuen Tennisplätze

Nach 6-monatiger Bauzeit wurden neben dem bereits bestehenden Hartplatz zwei weitere Aschen-Tennisplätze auf der Sportanlage „Im Kleinenfeld“ durch den Vorsitzenden Adolf Demel eröffnet. Der Tennisclub mit seinen 100 Mitgliedern hat einen erheblichen Anteil an Eigenleistung erbracht und 75.000 DM zum Bau beigesteuert. 42.000 DM kamen vom Land NRW und 10.000 DM von der Kreissparkasse Düren. Ein Clubheim gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, es soll aber später die provisorische Baubude ersetzen.

1980
Der TSV Stockheim 09 wird zum Mehrspartenverein

Die Vereinsstruktur des TSV Stockheim 09 mit einem Hauptverein und Abteilungen wird mit der nötigen Satzungsänderung bei der Mitgliederversammlung beschlossen. Der erste Vorsitzende des neuen Hauptvereins ist der von der Versammlung gewählte Josef Schröder, der sein Amt aus gesundheitlichen gründen bereits 1982 zur Verfügung stellt. Nachfolger wird Jürgen Mund. Der Verein hat jetzt eine Fußballabteilung mit Senioren, Jugend und AH-Abteilung sowie eine Tennis-, Tischtennis- und Turnabteilung. Der Tennis nimmt am Wettspielbetrieb im Tennisverband Mittelrhein auf den neu erstellten Plätzen teil. 1981 gründet sich die Männer-Freizeitgruppe unter Leitung von Arnold Ramacher.

24.03.1981
Ehrendechant Franz Bonnen starb 1981 an Herzleiden

Herr Pfarrer und Ehrendechant Franz Bonnen ist am 24.03.1981 an einem Herzleiden verstorben.

28.06.1981
Pfarrer Rolf Knips übernimmt Stockheimer Gemeinde und unterrichtet in Düren

Pfarrer Rolf Knips, ist am 23.07.1943 in Schleiden geboren und ist am 25.04.2022 in Gemünd verstorben. Am 05.07.1975 wurde er in Viersen zum Priester geweiht. Er wechselt von seiner Kaplanstelle von Mönchengladbach-Venn ab dem 28.06.1981 als Pfarrer nach Stockheim. Pfarrer Knips wird zusätzlich noch an den Dürener Schulen Religionsunterricht geben. 1991 wechselt er auf eigenen Wunsch in die St. Nikolaus Pfarre nach Gemünd.

1982
Erdgaserschließung von RWE gestartet

RWE beginnt in Stockheim mit der Erschließung von Erdgas und verlegt im Ort die entsprechenden Rohrleitungen.

20.02.1983
In der alten Kirche finden evangelische Gottesdienste statt

Zum ersten mal fand am 20.02.1983 ein evangelische Gottesdienst, mit ca. 35 Gläubigen, in der alten Kirche statt. Die Pfarrerin Frau Ursula Sonntag leitete den Gottesdienst. Der ortsansässige Pfarrer Knips lobt diese Aktion und könnte sich weitere Wiederholungen vorstellen. Am 28.05.1983 wurde eine Übertragung des Fronleichnamsgottesdienste, mit Msgr. Nusselein u. Pfr. R. Knips, im Radioprogramm des WDR / NDR übertragen.

1984
TSV 09 jubiliert mit 725 Mitgliedern in vier Abteilungen

Der TSV 09 feiert sein 75-jähriges Bestehen. Der Verein hat zu diesem Zeitpunkt in der Fußballabteilung 255 Mitglieder, die Tennisabteilung 165 Mitglieder, die Tischtennisabteilung 70 Mitglieder und die Turnabteilung 235 Mitglieder. Dabei sind einzelnen Personen auch in mehreren Abteilungen. Bereinigt hat der TSV 583 Mitglieder.

1985
Tennisabteilung eröffnet dritten Platz an der Turnhalle

Die Tennisabteilung weiht auf dem Gelände an der Turnhalle den 3. Tennisplatz ein.

01.10.1985
Der Decke Boom ist 1.200 Jahre alt

Der Decke Boom ist 1.200 Jahre alt. Laut einem Zeitungsbericht in dem Bürgermeister Josef Velden zitiert wird, gibt es Gemeindeakten (GVO 8/I u. 8/II, die besagen, dass die Eiche schon 785 gepflanzt wurde. Ob das tatsächlich nachweisbar ist, bleibt offen, da wir bis heute diese Akten nicht ausfindig machen konnten.

1986
Einweihung von neuem Pfarr-, u. Jugendheim „Am Pfarrgarten“

Nach einem Jahr Bauzeit konnte das neue Pfarr-,u. Jugendheim durch Pfr. Ralf Knips eingeweiht werden. Neben einem Versammlungsraum, Küche und Pfarrbüro im Erdgeschoss, ist das neue Gebäude an der Straße „Am Pfarrgarten“, im Obergeschoss mit zwei weiteren Räumen für die Gruppenarbeit ausgestattet. Für die fast 300 qm² mussten 450.000DM ausgegeben werden. Die Gemeinde Kreuzau beteiligte sich mit 20.000 DM, ebenso steuerte der Kreis Düren 29.000 DM zu.

16.02.1986
Schießstand der Schützen eingeweiht

Die Schützenbruderschaft hat in Eigenleistung im Keller der Grundschule einen Schießstand errichtet, der durch Pfarrer Rolf Knips eingeweiht wurde. Die Schießmeister Willi Lange und Hermann Siebert aktivierten viele Jahre eine aktive Schießgruppe, die auch rege an Vergleichswettkämpfen teilnahm. Nachdem lange Jahre der Schießsport in Stockheim nicht mehr ausgeübt wurde und der Schießstand nur noch als Lager genutzt wurde, wurde dieser im Jahr 2020 mit dem Erweiterungsbau der OGS (Offene Ganztagsschule) zurückgebaut.

21.10.1986
Gründung des Chores „Singgemeinschaft Stockheim e.V“

Die Neugründung des Chores geht nach Querelen mit Pfr. Rolf Knips, dem bis dahin tätigen Kirchenchorleiter Herr Willi Schuhmacher und vielen Sänger und Sängerinnen hervor. Dieser Chor pflegt die Erhaltung des Volksliedes, des Volksgesanges, sowie geistlicher Chormusik und dient der Förderung kultureller und sozialer Zwecke. Eine Finanzierung erfolgt nun durch den Chor selbst. Neuer Chorleiter ist wieder Hr. Willi Schuhmacher, nun unter eigener Regie. Im Jahre 1996 stellte sich immer klarer herausstellte, dass es Schwierigkeiten bei den Stimmbesetzungen gab. So beschloss man zum Jahresende 1996, die Stockheimer Singgemeinschaft, nach 10 -jährigem Bestehen, aufzulösen. Das vorhandene Notenwerk, wie auch das Klavier sollte im Pfarrheim bleiben und ggf. einem neuen Chor zur Verfügung gestellt werden.

1987
Erstes Freizeitturnier „Unser Dorf spielt Fußball“ ein voller Erfolg

Die AH-Abteilung des TSV veranstaltet zum ersten mal unter der Organisation von Adalbert Schmitz und Harald Bachmann das Freizeitturnier „Unser Dorf spielt Fußball“ durch. Bei dem Freizeitturnier sind alle Stockheimer Vereine und Gruppen eingeladen sich auf dem Kleinfeldplatz zu messen. Das Spaßturnier entwickelt sich in den nächsten jahren zum Highlight des Ortes und bringt immer viel Spaß.

1988
Löschgruppe Stockheim erhält Gerätewagen „Meßtechnik“ vom Land NRW

Geprägt durch eine Maßnahme des Landes NRW erhält die Löschgruppe Stockheim einen Gerätewagen „Meßtechnik“, der den
Feuerwehren im Kreis Düren hilft Schadstoffe in der Luft oder bei Unfälle mit gefährlichen Stoffen und bei Radioaktivität festzustellen.Der Messwagen kostet ca. 240.000 DM und kommt bei Gas-, Chemie- und Strahlenunfällen zum Einsatz.

1990
Schützenbruderschaft trauert um Hermann Siebert

Der langjährige Kommandeur und Generalfeldmarschall Hermann Siebert verstirbt. Er hat sich sehr um die Schützenbruderschaft verdient gemacht und sich auch sehr für die Schießgruppe eingesetzt.

1990
Fußballabteilung erhält neuen Aschenplatz und der Tennisclub feiert den Aufstieg und bekommt einen neuen Allwetterplatz

Die Fußballabteilung weiht den neuen Aschenplatz Am Torfberg ein. Der Tennisclub erhält einen Kunstrasenplatz neben der Turnhalle. In der Saison 1991/1992 steigt die Seniorenmannschaft erneut in die Kreisliga A auf.

1991
Asylbewerberunterunft im ehemaligen Munitionsdepot – Stockheimer Frauen helfen

Es kommen viele Flüchtlinge nach Deutschland. In den Gebäuden der ehemaligen Panzerkaserne an der Stockheimer Landstraße soll eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende aus Hemer (Bez. Reg. Arnsberg) untergebracht werden. Dieses heftig umstrittene Politikum beschreibt, eine Unterbringung bis zu 500 Menschen, aus aller Herren Länder. Tatsächlich finden 108 Asylanten eine vorübergehende Unterkunft in dem belgischen Munitionsdepot (heute Neubaugebiet Marieneiche). Die Gemeinde Kreuzau betreut diese und versucht sie in die Dorfgemeinschaft zu integrieren. Ebenso unterstützen auch engagierte Stockheimer Frauen, um diesen Menschen zu helfen. 2004 wurde die Einrichtung, aufgrund von nachlassenden Asylbewerbern und hohen betriebs-, wie auch Unterhaltungskosten, geschlossen.

1991
Gewerbegebiet Stockheim wächst um 181.000 m² für 4 Mio. DM

1991 sind die Arbeiten, das Gewerbegebiet nördlich vom Sportplatz zu erweitern, zum Großteil abgeschlossen. Hier soll Platz für 50 Gewerbebetriebe entstehen. Das bestehende Gewerbegebiet zwischen Panzerstraße und Buchenmaar mit 86.000 m² Fläche wird um das neue Areal mit 181.000 m² für 4 Mio. DM neu erschlossen und erweitert. Der Obi-Baumarkt, ein Netto-Markt und Autohäuser sollen die Zugpferde für ein gut frequentiertes Geschäftsgebiet sein. Später finden hier Gewerbefeste mit ca. 30.000 Besuchern statt.

26.05.1991
Pastor Josef Witt neuer Seelsorger in Stockheim

Pastor Josef Witt am 17.03.1932 in Limburg an der Lahn geboren kümmert sich um die Seelsorge in Stockheim nachdem Pastor Ralf Knips auf eigenen Wunsch – 14 Tage vor der Kommunion (weißer Sonntag) nach Gemünd wechselt. Am 26.05.1991 wird Pfarrer Witt mit einer Eucharistiefeier in der Pfarrkirche Stockheim von der Gemeinde begrüßt. Pfarrer Witt erhielt am 12.03.1960 die Priesterweihe und war dann in Hellenthal, Blumenthal/Eifel und Zweifall in der Seelsorge tätig.

22.03.1992
Patrick Ramacher ist Bezirksschülerprinz der St. Andreas Bruderschaft

Patrick Ramacher wird erstmals Bezirksschülerprinz aus der Bruderschaft St. Andreas in Stockheim.

1993
Bistum Aachen finanziert Restaurierung der Alten Kirche

Das Bistum Aachen genehmigt die Restaurierung der denkmalgeschützten Alten Kirche für 680.000 DM, die aus der Kirchensteuer gezahlt werden.

1993
Sparkasse Düren und ein Zahnarzt eröffnen in Stockheim

Die Kreissparkasse baut ein neue Filiale- Übergangsweise finden die Bankgeschäfte in eine Container statt. Diese Gebäude wird jahr später dem TSV als Vereinsheim. Der erste Zahnarzt lässt sich in Stockheim nieder Dr. Kivits, Andreasstraße

1994
Ortsvorsteher Manfred Lukas wird Landrat von 1994 bis 1999

Der Ortsvorsteher von Stockheim, Herr Manfred Lukas (SPD), wird von 1994 – 1999 auch zum Landrat des Kreises Düren gewählt.
Manfred Lucas ist seit 1966 Mitglied der SPD und hatte dort verschiedene Funktionen inne. So war er Mitglied im SPD-Landesausschuss und außerdem war er stellvertretender Unterbezirksvorsitzender im Kreis Düren und Ortsvereinsvorsitzender in der Gemeinde Kreuzau. Nachdem er von 1972 bis 1976 Mitglied des Stadtrates in Düren war, war er von 1979 bis 1994 Fraktionsvorsitzender im Kreuzauer Gemeinderat. Von 1994 bis 1999 war er der letzte ehrenamtliche Landrat, im selben Zeitraum war er Kreistagsmitglied im Kreis Düren. Vom 31. Mai 1990 bis 31. Mai 1995 und vom 29. Oktober 1998 bis 1. Juni 2000 war er Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages. Am 20. September 2002 bekam Herr Lucas für seine besonderen Verdienste vom Bundespräsident Johannes Rau das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

12.03.1994
Pastor Georg Scherer folgt seinem Onkel Franz Bonnen in die Pfarre St. Andreas

Pastor Georg Scherer geboren 1953 in Erkelenz übernimmt am 12.03.1994 die Pfarre St. Andreas in Stockheim und ist dort bis zum 30.06.2023 als Seelsorger tätig. Er ist zusätzlich Regionalseelsorger im Kreis Düren und wurde im August 1998 von Regionaldekan Otto von Dannwitz zum Dechant im Dekanat Kreuzau ernannt und löste Gerd Dörenkamp ab. Unser ehemaliger Pfarrer Franz Bonnen (1959 – 1981) ist der Onkel von Pfarrer Georg Scherer.

01.06.1994
Gründung Kinder-,u. Jugendchor „Notenzauber“

Im Sommer 1994 gründete Thomas Leufgens mit Pfarrer G. Scherer den Kinder-, u. Jugendchor „Notenzauber“. Die Kinder im Alter von 7- 15 Jahre treffen sich regelmäßig zur Probe und bringen ihr Können immer wieder bei kleinen Konzerten dar. Sie treten regelmäßig in der Weihnachtszeit in der Kapelle des St. Augustinus des Lendersdorfer Krankenhauses, wie auch in der Schloßkapelle des Prinzen von Merode, auf.

1995
Theaterverein „Bösche Maar“ startet mit eigener Bühne

Der Theaterverein „Bösche Maar“ ist gegründet worden und hat schon eine eigene Bühne.

1996
Dr. Norbert Kasper eröffnet Praxis in ehemaligen Lebensmittelgeschäft

In dem ehemalige Lebensmittelgeschäft von Maria Röntgen an der Ecke Am Thing / Zum Schmitzbusch baut Dr. Norbert Kasper eine Praxis für Allgemeinmedizin auf.

22.01.1997
Neugründung des Kirchenchor durch Pfr. G. Scherer

Pfr. Georg Scherer konnte Raymund Schreinemacher im Januar 1997 als neuen Leiter für seinen Kirchenchor, verpflichten. Am 22.Januar 1997 war der Gründungstag des neuen Kirchenchores mit 24 sangesfreudigen Personen. Vorangegangen war im Laufe des Vorjahres, dass es sich immer klarer herausstellte, dass es Schwierigkeiten bei den Stimmbesetzungen gab. So beschloss man zum Jahresende 1996, die Stockheimer Singgemeinschaft, nach 10 -jährigem Bestehen, aufzulösen. Das vorhandene Notenwerk, wie auch das Klavier sollte im Pfarrheim bleiben und ggf. einem neuen Chor zur Verfügung gestellt werden.

1997
Stockheim: 2295 Einwohner in 884 Haushalten

Stockheim hat 2295 Einwohnerinnen und Einwohner. Die wohnen in 884 Haushalten und teilen sich in 1161 Männer und 1134 Frauen auf.

1999
Förderverein erneuert Stockheimer Ehrenmal mit Namenstafeln

Am 21.08.1927 wurde das Ehrenmal, zum ewigen Gedenken an die gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges, eingeweiht. Beim Luftwaffenangriff 1943 wurde es stark beschädigt. Ein Dürener Steinmetz hat es dann in den 1960 restauriert und gleichzeitig die Namen alle Soldaten eingemeißelt, die ihr Leben im 2. Weltkrieg verloren hatten. Im Jahre 1999 war es dann so baufällig, dass es abgerissen werden musste. Sodann wurde der „Förderverein zur Erhaltung des Ehrenmals Stockheim e.V.“ gegründet, der die finanzielle Basis schaffen sollte, das marode Ehrenmal zu erneuern. So konnte noch im gleichen Jahr unter Erbringung erheblicher Eigenleistungen mit dem Neubau des Stockheimer Ehrenmals begonnen werden. 2008/2009 wurde eine Massivtafel mit Eisernem Kreuz und folgendem Hinweistext angebracht: „ZUR ERINNERUNG AN DIE GEFALLENEN, VERMISSTEN UND ZIVILEN OPFER DER BEIDEN WELTKRIEGE“ In den Folgejahren wurden drei Tafeln mit den Namen der insgesamt 105 Kriegstoten auf den Seiten des Obelisken aufgebracht. 2013 konnte dann, dass komplett sanierte Ehrenmal wieder der Gemeinde übergeben werden.